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Zu diesem BandDas politische und theoretische Erbe Antonio Gramscis, des Gründers der Italienischen Kommunistischen Partei und bedeutendsten marxistischen Theoretikers in Italien, ist umstritten. Der revolutionäre Führer der Arbeiterklasse und so sein Schüler und Nachfolger Palmiro Togliatti ,,der erste, der in Italien die internationále Bedeutung der Lehre Lenins, die internationale Bedeutung des Bolschewismus und der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution begriff", hat eine Strategie der Revolution in Westeuropa ausgearbeitet, die gegenwärtig in Italien und über Italien hinaus Kontroversen auslöst. Zugleich wird Gramsci für den Reformismus in Anspruch genommen. Innerhalb der Sozialdemokratie gilt er als Vater des Eurokommunismus" und als Nachfahre Bernsteins (J. Steffen). Droht Gramsci das Schicksal, als Klassiker politisch neutralisiert zu werden?Auch in der BRD zeichnet sich eine Gramsci-Rezeption ab. Gramscis Philosophie der Praxis, seine Konzeption vom ,blocco storico', vom historischen, einheitlichen System von Basis und Überbau, seine Hegemonie-Theorie im Verhältnis zur Diktatur des Proletariats und seine Staatsauffassung verdienen ebenso unser Interesse wie seine Begründung der Notwendigkeit eines breiten demokratischen Bündnisses der Kräfte der Arbeiterklasse, in das sich die Intellektuellen politisch integrieren.'Dem Versuch, Gramsci zum Ersatz-Theoretiker für mangelnde eigene Bemühungen in der BRD zu stilisieren, steht dieser Band ebenso kritisch gegenüber wie dem anderen, das Bild Gramscis von Widersprüchen zu glätten. Die Autoren dieses Buchs verbindet bei unterschiedlichen Gewichtungen in einzelnen Fragen das Interesse an Gramscis Beitrag zur lebendigen politischen und theoretischen Weiterentwicklung des Marxismus und Leninismus unter den Bedingungen eines westeuropäischen Landes, Italiens.Betr.: Gramsci informiert über Leben und Werk, setzt sich kritisch mit politischen und theoretischen Tendenzen der Gramsci-Debatte auseinander und versucht, dessen Bedeutung für die BRD aufzuzeigen. Im Mittelpunkt der Beiträge zu Gramscis Theorie der Revolution, des Staats, der Klasse und Partei, der Kultur und der Intelligenz steht das Problem der Einheit von Philosophie und revolutionärer Politik.