Bővebb ismertető
VorwortDie Familie der Hirsche, verzweigt in über 50 Arten, ist heute fast über die ganze Erde verbreitet. Zu ihr zählt das anmutige Reh ebenso wie das kleine, geweihlose Moschustier Mittel- und Vorderasiens oder der gewaltige Elch. Wenn der europäische Jäger jedoch vom ,,Hirsch" spricht, so meint er nicht Rehbock noch Elch, nicht den in manchen europäischen Revieren eingebürgerten asiatischen Sika, noch den hier sowieso beheimateten Damhirsch, sondern einzig und allein den Rothirsch.Das Rotwild gilt seit altersher in unseren Breiten als das Edelwild. Ihm gehört die besondere Liebe vor allem des europäischen Jägers, aber auch aller jener, die das Glück hatten, es auch nur ein einziges Mal zu erleben. Ihm ist dieses Buch daher auch hauptsächlich gewidmet. In seiner edlen Erscheinung liegt noch das Wunder unberührter Natur. Es bildet den schönsten lebendigen Schmuck der heimatlichen Landschaft. Dennoch ist es bedroht. Sein Lebensraum ist zusammengeschmolzen und der noch verbliebene Rest durch menschlichen Eingriff verändert worden. Ein großer Teil der üppigen Wälder, die einst Äsung und Einstand boten, sind heute magere Forste; naturwidrige Überhege da und dort vervollständigte das Unheil. Die Lebensgemeinschaft Wald und Wild ist dadurch gestört. Unbestechlicher Gradmesser für den unzulänglichen menschlichen Eingriff in diese Lebensgemeinschaft sind die übermäßigen Rotwildschäden. Sie sind Ausdruck einer Kulturerkrankung, die von den Wurzeln her geheilt werden muß, um des Waldes, um des Wildes und nicht zuletzt um des Menschen willen! Denn die Natur bildet in sich ein harmonisches Ganzes. Jeder gewaltsame Eingriff macht die ihr innewohnenden Ausgleichskräfte frei, die die gestörte Harmonie wieder herstellen. Irgendwann und gewiß auf Kosten des Menschen. Denn die Natur ist immer noch sehr viel stärker als der Mensch: Sie ist seine Lebensgrundlage! Der ursprüngliche Plan zu einem ,,Hirschbuch" stammt von Hans Fuschlberger. Er hatte ihn nach Vollendung seines ,,Hahnenbuches" und seines ,,Gamsbuches" gefaßt und auszuführen begonnen. Seine Verwirklichung scheiterte aber 1942 an dem allzufrühen Tode dieses zutiefst naturverbundenen, markanten Jägers und Schriftstellers. Zurück blieben einige Fragmente, unter ihnen das vollendete ,,Lebensbild eines Rothirsches", eine Art Anti-,,Bambi", da es sich zum Unterschied von diesem unsentimental und bis ins Detail auf intimste Naturkenntnis gründet.Als der Verfasser dieser Zeilen den alten Fuschlberger-Plan aufgriff, stand er vor der Frage, ob der Versuch gewagt werden solle, die hinterlassenen Bruchstücke nach Art der vorangegangenen Monographien zu ergänzen und zu einem Ganzen zusammenzuschweißen. Die Antwort ergab sich aus der Einsicht, daß solcherart bestenfalls eine gelungene Kopie ohne den Schwung und die Überzeugungskraft des Originals hätte entstehen können. Somit mußte also ein anderer, ein neuer Weg gesucht und gefunden werden. Die bereits bestehende Literatur über das Rotwild ist umfangreich und umschließt eine Reihe von Standardwerken über Hege, Bejagung und Biologie des Wildes, denen nichts Wesentliches hinzuzufügen bleibt. Dazu gesellen sich zahlreiche mehr oder minder bedeutungsvolle Erlebnisbücher. Nicht hingegen