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VORWORT
Das Lebensproblem, d. h. die Frage nach der Entstehung des Lebens, seinem Wesen und seinen Bedingtheiten, steht heute im Mittelpunkte der Forschung. Während sich früher vorwiegend nur die Biologie mit dieser Frage beschäftigte, greifen heute noch weitere Disziplinen der Natur- und Geisteswissenschaften auf das Gebiet des Lebensproblems hinüber, von dem immer neue Anregungen für alle Forschungsrichtungen ausgehen. Gerade die letzten Jahre haben auf den verschiedensten Gebieten eine Fülle neuer Tatsachen und neuer Theorien gebracht und das Forschuugsmaterial so anschwellen lassen, daß es der einzelne kaum noch übersehen und vergleichend werten kann. Es schien den Herausgebern daher notwendig, in einem einheitlichen Werke den gegenwärtigen Stand der Forschung zusanomenfassend aufzuzeigen. Dabei konnte es sich nicht darum handeln, das Lebensproblem ausschließlich von der rein biologischen Seite her anzufassen, sondern es mußten von der Geophysik und Mineralogie bis zur Psychologie und Philosophie alle Forschungsgebiete zu Worte kommen, die heute mit ihrer Arbeit in das Lebensproblem eingreifen.
Mitarbeiter des Werkes sind Männer, die man Forscher erster Ordnung nennen könnte, die ein ganz unmittelbares Verhältnis zu den Fragen des Lebens haben, die Probleme des Organischen ursprünglich neu gesehen haben. Daraus geht schon hervor, daß das Werk keine bestimmte Tendenz verfolgt. Vielmehr wül jeder Verfasser ein BUd davon geben, wie sich das Lebensproblem in seiner Disziplin darstellt.
Die Herausgeber hoffen, daß das Werk ein Wegweiser sein möge zur Bahn echten biologischen Denkens, darüber hinaus aber ein Führer zu einer philosophisch begründeten Weltanschauung, in die alles Denken über das Lebensproblem schließlich münden muß.
Leipzig, im September igSo Hans Driesch
Heinz Woltereck