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I
ES WAR NACHMITTAG. In den Straßen der Vorstädte, die weit in die Ebene hineinstießen, regnete es. Im Zentrum aber war es schwül. Martin ging an den Schaufenstern vorbei. Wenige Schritte vor sich sah er ein Mädchen. Er trat aus dem Bogengang auf die Straße. Die Gesichter von Männern und Frauen glitten an seinen Augen vorüber. Über den grauen Geschäftshäusern hing ein schwefliggelber Himmel.
Plötzlich empfand Martin das Trostlose der düsteren Farben. Er ging schneller, bis er dicht hinter dem Mädchen war und in jähem Erschred^en an den fahrigen Gebärden ihrer Hände etwas ihm Vertrautes erkannte. Sie schien seine Blicke zu fühlen und wendete den Kopf. Er schaute in ihr Gesicht und fand darin Grilles Züge. „Na", sagte sie und betrachtete ihn abschätzend. Dann lachte sie und drehte den Kopf weg. Sie ist Grilles Schwester, dachte er.
Ein Herr mit schwarzem Hut und Spazierstock kam ihnen entgegen. Das Mädchen lächelte; ihre Augen, ihre Brüste, ihre Hüften lockten, doch der Herr eilte im Menschengewühl vorbei, ohne einen Blick an sie zu verschwenden. „Was willst du?" fragte das Mädchen ärgerlich. „Nichts", sagte Martin.
Ein Windwirbel peitschte eine Staubsäule durch die Straße. Zweige und Blätter wurden von den Bäumen gerissen; die