Bővebb ismertető
Prolog
Was haben die Bilder in diesem Band mit dem Waldhaus zu tun? Man muss es nicht sagen; man sieht's! Dieses liebevolle Portrait und Geburtstagsgeschenk zum Neunzigsten eines alten, lebendigen Hauses: Hier haben ein Meister der Farben und Formen und ein ungewöhnliches Haus zusammengefunden wie selten zuvor. Aber was haben Shelleys imaginäre transkaukasische Wüste, der Himmel, der liebe Gott, Nietzsches Uebermensch, die Gefahren des Neuen NationaUsmus, die »Asylpolitik« des frühmittelalterlichen Englands, die Zerstörung der tropischen Regenwälder, der Aerger über die Geschwätzigkeit des heutigen Lebens und ein verwöhnter und frühreifer Teenager samt chinesischer Freundin mit dem Waldhaus zu tun?
Auch sie sind ein Teil des Portraits, und kein beiläufiger! Dieses Hotel mit seinem Zauber und seiner Faszination, in dem wir seit vier Generationen leben und arbeiten, mag auf den ersten, auch auf den zweiten und dritten Blick erscheinen wie eine paradiesische Insel, weitab von den Sorgen der »richtigen« Welt, aber man lasse sich nicht irreführen. Zahlreiche Brücken verbinden diese Insel mit jener Welt, ja, diese Brücken bestimmen recht eigentlich ihre Existenz. Ein Hotel ist nicht in erster Linie ein Gebäude in einer Landschaft, es ist in erster Linie da als Ort der Begegnung für die verschiedensten Menschen mit all ihren Sorgen, Spannungen und Hoffnungen. Sie mögen miteinander reden oder nicht, aber die ganze Sache existiert nur so lange, wie sie da sind. Zehn Menschen, die uns nahe stehen, haben uns geholfen, mit originalen Beiträgen diese Brücken aufzuzeigen, stellvertretend für so viele andere, die das Haus definieren: von der kampfeslustigen Autorin bis zum kontemplativen Jesuitenpater, vom rührigen Publizisten bis zum ganz stillen und zurückgezogenen Lyriker. Wir haben sie nicht gefragt, was sie übers Waldhaus denken, sondern was sie im Waldhaus denken.
Daniel Schmid, einer der zehn, ist wie wir in einem Hotel aufgewachsen; nicht in diesem, aber in einem ganz ähnlichen. Mit fünf Jahren verlor er seinen Vater und seinen Grossvater. »Wie ist es im Himmel?« wollte er damals von der Grossmutter wissen. Und sie sagte, es wäre dort wie in ihrem Hotel, nur viel grösser und schöner. Schon damals hat ihn diese Antwort beunruhigt, und die Skepsis ist ihm geblieben. Wie im Hotel? Also doch kein Paradies? Vielleicht hat sich die Grossmutter geirrt. Vielleicht hatte sie aber doch recht, und es geht so weiter, immer spannend, immer lebhaft, nie leicht, nie langweilig.
Sind wir also jetzt wie im Himmel? Wer weiss!
Urs Kienberger Felix Dietrich