Bővebb ismertető
VorbemerkungDas Interesse an der phänomenologischen Ästhetik war um die Mitte der sechziger Jahre - als ich mich dieser Thematik zuwandte - relativ gering entwickelt. Diese Situation hat sich im Verlaufe weniger Jahre grundlegend geändert: Der Rang Edmund Husserls als eines der wichtigsten Vertreter der modernen bürgerlichen Philosophie sowie die geschichtliche Bedeutung der von seiner Phänomenologie angeregten Ästhetik sind heute unbestritten. Die Fülle von Arbeiten, vor allem auch aus der Feder marxistischer Autoren,1 zeugen davon ebenso wie die bemerkenswerte, international stark besuchte Konferenz Die marxistische Kritik der Phänomenologie und die Philosophie Roman Ingardens, die im Jahre 1975 von der Polnischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet wurde.2Der Aufschwung, den die Auseinandersetzung mit der phänomenologischen Ästhetik genommen hat, sowie das Interesse, das den Ergebnissen der 1968 abgeschlossenen Dissertationsschrift entgegengebracht worden ist,3 bewogen mich, sie nunmehr in einer durchgesehenen und erweiterten Fassung vorzulegen. Allerdings war es nicht meine Absicht, eine gänzlich neue Arbeit zu schreiben. In einigen Passagen -insbesondere dort, wo auf die mir damals zur Verfügung stehende marxistische Sekundärliteratur Bezug genommen wird - ist die zeitliche Differenz zwischen der Entstehungszeit der Arbeit und ihrer Veröffentlichung unverkennbar. Dennoch meine ich, mit dieser Publikation nicht nur eine Information über Entwicklungswege unserer Ästhetik und Literaturwissenschaft nachzuliefern, sondern einen Beitrag vorstellen zu können, der als historisch-kritische Auseinandersetzung mit der phänomenologischen Ästhetik und der von ihr inspirierten Literaturtheorie an Aktualität nichts eingebüßt hat.Berlin, im Januar 1978Norbert Krenzlin