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PROLOGFrankreich, Herbst 1939Am dritten Tag meiner Internierung im Lager Colombes hatte ich alle Hoffnung auf Entlassung aufgegeben und mir zu allem Überfluß auch noch eine Lungenentzündung zugelegt. Es war der finsterste Tag meines Lebens, jener 2. Dezember 1939, und beinahe wäre es auch mein letzter gewesen. Ich erlebte diesen Tag in der Trance eines glühenden Fiebers.Der Himmel war kalt und grau, und es goß in Strömen. Ich war einer von 70 000 Gefangenen. Unser Gefängnis war ein Fußballstadion ohne Dach und ohne Heizung. 70 000 Männer und Frauen! Wir kauerten nahe beieinander, aber jeder von uns war allein - ein jeder mit seiner eigenen Geschichte und mit seinen eigenen Sorgen in einem sich feindlich gebärdenden fremden Land. Ich war völlig durchnäßt, krank und fühlte mich total verlassen. Ich hätte nichts tun oder sagen können, wodurch sich meine Lage verbessert hätte - und so lag ich einfach da auf einem zerschlissenen Strohsack und starrte in den Himmel, der es gar nicht gut mit uns meinte.Das also, Robert, ist der letzte Akt, dachte ich. Das Ende. Der Vorhang fällt. Nur, daß es nicht so ein Vorhang ist wie in einem deiner Filme oder in einer deiner Operetten. Keine Musik, keine Lieder, keine glückHche Umarmung, kein da capo. Nur Schlamm, Fieber, Einsamkeit - ein ziemlich trauriges Finale für einen Mann, der ein gefeierter Star der Film- und Theaterwelt war, nach dessen Musik noch immer die ganze Welt singt und tanzt.Kalte Regentropfen rannen meine Stirn und meine Wangen herunter, aber ich spürte sie kaum. Mein Kopf stand in Flammen. Die wandernden Wolken schienen vertraute Formen einer längst vergangenen Zeit nachzubilden: das große, weiträumige alte Haus am Mehlplatz in Graz, in dem Vater und Mutter ihre:!; n : I < '!.