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ABSICHT (1918, 1923)
Ich bin. Wir sind.
Das ist genug. Nun haben wir zu beginnen. In unsere Hände ist das Leben gegeben. Für sich selber ist es längst sdion leer geworden. Es taumelt sinnlos hin und her, aber wir stehen fest, und so wollen wir ihm seine Faust und seine Ziele werden.
Was jetzt war, wird bald wohl vergessen sein. Nur eine leere, grausige Erinnerung bleibt in der Luft stehen. Wer wurde verteidigt? Die Faulen, die Elenden, die Wucherer wurden verteidigt. Was jung war, mußte fallen, zum Sterben gezwungen für so fremde, geistfeindliche Ziele, aber die Erbärmlichen sind gerettet und sitzen in der warmen Stube. Von ihnen ist keiner verloren gegangen, doch die andere Fahnen geschwungen haben, so viel Blüte, so viel Traum, so viel geistige Hoffnung, sind tot. Die Maler haben die Zwischenhändler verteidigt und den Anstiftern das Hinterland warm gehalten. Lichtloser war nie ein Kriegsziel als das des kaiserlichen Deutschland; ein stickiger Zwang, von Mittelmäßigen verhängt, von Mittelmäßigen ertragen; der Triumph der Dummheit, beschützt vom Gendarm, bejubelt von den Intellektuellen, die nicht Gehirn genug auftreiben konnten, um Phrasen zu liefern.
Und so freilich ists, als wäre man nicht gebrannt genug, auch heute noch geblieben. Der Krieg ging aus, die Revolution ging an und mit ihr die offenen Türen. Aber richtig, sie haben sich bald wieder gesdilossen. Der Schieber rührte sicli, setzte sich, und alles Veraltete schwemmte an ihm wieder an. Der wuchernde Bauer, der mächtige Großbürger haben das Feuer in der Tat streckenweise unterbrochen, und der verängstigte Kleinbürger krustet wie immer mit. Die unproletarische Jugend selber ist so roh und dumm wie nie eine zuvor, die Universitäten sind wahre Gräberstätten des Geistes geworden, erfüllt vom Gestank der Fäulnis und starren Verfinsterung. So spielen die scheinbar Restaurierten insgesamt nach, was ihnen die Reaktion vor hundert Jahren vorgespielt hatte: an Schollenphrase,
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