Bővebb ismertető
Geschichtschreibung der ausgehenden Karolingerzeit *)
Von
Heinz Löwe
Innerhalb des geistigen Neubeginns, dem man gern den Namen der karolingischen Renaissance1) gibt, nahm auch die Geschichtschreibung einen sicheren Platz ein. Die Neuausbildung der Annalistik von kleinsten Anfängen bis zu den vollendeten Reichsannalen, die unter der Aufsicht der Erzkapläne geschrieben wurden; die Herrscherbiographien, deren erste, Einhards Vita Karoli, nach Form und Aussagekraft schon von den bald sidi anschließenden Biographen Ludwigs des Frommen nicht mehr erreicht wurde; der Anlauf zur Weltchronistik, der unter Ludwig in der Chronik des Frechulf von Lisieux gipfelte; die vom römischen Papstbuch angeregte Kloster- und Bistumsgeschichtschreibung und schließlich die Hagiographie, bei der schon weithin der Gegenstand — die Heiligen
"') Vortrag, gehalten am 8. März 1967 in München bei der Jahrestagung der Monumenta Germaniae Historica und der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Vortragsform wurde beibehalten. Im Hinblick auf den bevorstehenden Abschluß des nächsten Heftes meiner Neubearbeitung des Wattenbach-Levison wurde kein ausführlicher wissenschaftlicher Apparat beigegeben, sondern nur die unmittelbaren Belege. Daß im Rahmen des Vortrags eine Vollständigkeit selbst nur in der Erwähnung einzelner Werke nicht erreicht werden konnte oder sollte, versteht sich von selbst. Zur allgemeinen Information sei verwiesen auf H. Grundmann, Geschichtsschreibung im Mittelalter (1965).
Auf das terminologische Problem der „Karolingischen Renaissance" kann hier nicht eingegangen werden. Vgl. P. Lehmann, Das Problem der Karolingischen Renaissance, in: I problemi della civilta carolingia (Settimane di studio del Centro italiano di studi sull'alto medioevo 1, 1954) S. 309—358; neu abgedr. in: d e r s., Erforschung des Mittelalters 2 (1959) 108—138; P. E. Schramm, Karl der Große. Denkart und Grundauffassungen. — Die von ihm bewirkte Correctio („Renaissance"), HZ. 198 (1964) 306—345, bes. 341, schlägt vor, „die von Karl dem Großen gesteuerten kulturellen Bemühungen" künftig zu bezeichnen als die „karolingische Correctio". Nicht aufgenommen wurde dieser Vorschlag von W. von den Steinen, Der Neubeginn, in: Karl der Große 2 (1965) 18 Anm. 16; D. Bullough, Karl der Große und seine Zeit (1966) S. 99 ff., spricht von einer „Renaissance der Gelehrsamkeit."