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Werner Bornheim gen. Schilling DIE KLAUSE BEI KASTEL AN DER SAARNahe bei Saarburg im Regierungsbezirk Trier liegt die sogenannte Klause bei Kastel an der Saar. Vom Ort her erreicht man ihren Bering, vorbei an der ehemaligen katholischen Pfarrkirche mit romanischen und gotischen Bauteilen. Dicht dahinter steht man vor einer Parkmauer, ein Tor öffnet sich, das Gefälle des Berghangs setzt ein, plötzlich stürzt es senkrecht ins tiefe Saartal hinab, und der Blick weitet sich in die Ferne hinaus man steht im eigentlichen Bereich der Klause.Die Siedlungsstelle ist uralt. Wall und Graben weisen eine vorgeschichtliche befestigte Siedlung auf dem Felsplateau aus, wohl dem keltischen Stamm der Treverer zuzuweisen und um Christi Geburt anzusetzen. Dem folgte vermutlich eine dorfmäßige Siedlung der römischen Epoche von ausgedehnten Maßen. Grabmäler aus dieser Zeit sind in die äußere, 1841 errichtete Umfassungsmauer des Klausenbereichs eingefügt worden. Ein fränkisches Grab entdeckte man nahe der ehemaligen katholischen Kirche, so daß die Besiedlungskontinuität sicher ist.In der romanischen Epoche ergreift der christliche Kult von dem Felshang Besitz, nachdem ihm hier sicherlich schon ein heidnischer voranging. Der weiche Buntsandstein wird mit Höhlen, Kammern und Nischen versehen, welche eine sehr freie Nachbildung der heiligen Stätten in Palästina bezwecken: In eine Höhlenkammer wird ein Heiliges Grob" eingemeißelt, daneben einem Klausner ein Wohn- und Betraum eingerichtet. Zur Zeit der Kreuzzüge sucht der gläubige Sinn häufig nach derartigen Versinnbildlichungen, für welche die westfälischen Externsteine das bekannteste Beispiel in Deutschland darstellen. Ob die Abtei St. Maximin in Trier, als Grundherrin hier auch zu Hause, bei der Anlage im 12. oder frühen 13. Jahrhundert mitwirkte, ist nicht beweisbar, und auch nicht, ob ältere Anlagen dabei Verwendung fanden.Den Zugang bildet ein in den Felsen von oben gehauener Gang mit Treppenstufen, so daß dem Pilger der Weg hierher von der Pfarrkirche her vereinfacht wurde. Die beiden Felskammern selbst sind als Kreuzauffindungskapelle und als Kreuzkapelle zu deuten. Im Trierischen war der Mythus der Kreuzauffmdung durch die heilige Helena, die Mutter des in Trier residierenden Kaisers Konstantin des Großen, besonders lebendig sie soll !a das heilige Kreuz wiedergefunden haben, und der Kreuz- und Grablegungsgedanke blieb hier stets tief verehrt.Um 1600 bezog der Franziskaner Romery als Eremit die Klause. Auf dem Felsen vor ihr erbaute er eine zweistöckige Kapelle in schlichter einschiffiger Form; den oberen Raum benutzte er wohl als Wohnung mit. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wohnte nun stets ein Einsiedler hier. Anscheinend verfiel