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UDO BERMBACHWAGNER UND LUKÁCSÜBER DIE ÄSTHETISIERUNG VON POLITIK UND DIE POLITISIERUNG VON ÄSTHETIKDas absolute Kunstwerk ist ein vollständiges Unding Richard WagnerIRichard Wagner mit Georg Lukács in eine direkte Beziehung bringen zu wollen, erscheint auf den ersten Blick wohl mehr als ungewöhnlich; ja sogar eher abwegig, da Lukács sich kaum je in seinem gewiß nicht schmalen Oeuvre zu Wagner geäußert hat. So weit man das gedruckte Werk übersehen kann, ist Lukács, der aller Musik eigentlich fremd und hilflos gegenüberstand, weder auf Wagners Musik noch auf dessen ausgreifende literarische Schriften wirklich eingegangen, anders als etwa sein Freund und zeitweiliger Weggefährte Ernst Bloch oder auch Theodor W. Adorno - um zwei Namen zu nennen, deren Denken, bei aller Differenz zu Lukács, doch insoweit diesem nahesteht, als es Teil jenes westlichen Marxismus ist, zu dem auch Lukács zählt. In Lukács' voluminöser Abrechnung mit den seiner Meinung nach verhängnisvollen und verantwortlichen philosophischen Vorläufern der Nazi-Ideologie, dem 1954 erstmals erschienenen Werk Die Zerstörung der Vernunft, wird Wagner zwar mehrfach genannt; aber wesentlich jedesmal nur im Zitat, wonach Alfred Rosenberg erklärt habe, der Nationalsozialismus erkenne nur Wagner, Nietzsche, Lagarde und Chamberlain als eigene klassische Autoritäten, als seine wirkliche Ahnen an1.1 Georg Lukács, Die Zerstörung der Vernunft, Neuwied/Berlin 1962. Die hier entscheidenden Stellen finden sich auf den Seiten 84, 502, 622.