Bővebb ismertető
,Wer Hopfa baut zehn Meilen um Au der schreit, wos er nur ko, so laut: i g hörzur Holledau" (ein Hallertauer Lied)Den Fremden und Durchreisenden beeindruckt die Hopfenbaugegend im Sommer durch ihre äußerst üppige, an die Rebgärten erinnernde Vegetation, im Winter durch ihre karge, fahle, graue Monotonie, verkörpert durch die verdrahten Pfahlwälder und ihre zahllosen Einödhofe. Doch ist die Hallertau mehr und älter als dies die Hopfenkultur symbolisiert. Ein Landstrich, ursprünglich die Gegend nördlich der Amper bis nach Abensberg, der gegen Westen durch das langgezogene Ilmtal und gen Osten durch die große Laber begrenzt ist. Eine genauere, von Heimatforschung und Volkskunde allgemein akzeptierte Lösung der geographischen Trennlinien blieb jedoch seit Appian umstritten. Über Jahrtausende ein dünnbesiedeltes Land, dessen Physiognomie nicht immer durch den Hopfenbau und den König Gambrinus geprägt wurde3. Schon sehr früh, in der prähistorischen Stein- und Bronzezeit und der Hallstattperiode (ca. 3500 bis ca. 450 v.Chr.) können Funde menschlicher Siedlungen allenfalls am Rande der Hallertau nachgewiesen werden. Auch die Kelten und die Römer haben in dem Kernland kaum ihre Spuren hinterlassen; ihre Verkehrsverbindungen mieden dieses sumpfige Hügelland zwischen dem Jura und Voralpengebiet1. Die Stadt Pfaffenhofen erscheint nicht einmal 1650 auf einer in Süddeutschland herausgegebenen Landkarte2! Die Besiedlung der Hallertau erfolgte im Wesentlichen erst im 8. und 9. Jh und wurde um das Jahr 1000 abgeschlossen. Die schwere lehmige Erde verlangte von den Kolonisten und ihren Nachfahren große Entbehrungen1. Wollte man daher die vorgeschichtlichen Zeiten der Kelten, die Römerzeit und die Blüte der Kiostermedizin des hohen Mittelalters in unsere Betrachtung einbeziehen, die medizinhistorisch interessanten Zeugen in einer imaginären Reise