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NEUE QUELLEN ZUR MAINZER STIFTSEEHDE(14591463)Von Alfred A. StrnadZweifelsohne gehört Dieter Graf von Isenburg-Büdingen, von 1459 bis 1461 und dann wieder von 1475 bis an sein Lebensende am 6. Mai 1482 Erzbischof und Kurfürst von Mainz1), zu den interessantesten und zugleich auch umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Kirche am Ausgang des 15. Jahrhunderts. Sein Name ist nicht allein durch die Verlegung seiner Residenz in die neuerbaute Martinsburg und durch die von ihm in die Tat umgesetzte Gründung einer Hohen Schule in Mainz (1476)2) bekannt, sondern auch mit einem der traurigsten Kapitel in der Geschichte des ersten geistlichen Fürstentums in deutschen Landen verbunden, nämlich mit dem unter der Bezeichnung Mainzer Stiftsfehde" hinlänglich bekannten jahrelangen kriegerischen Konflikt um das Erzstift, in dessen Verlauf es am 28. Oktober 1462 zur furchtbaren Plünderung der als aurea Moguntia" weithin gepriesenen reichen Bürgerstadt am Rhein kam. Angesichts dieser Umstände überrascht es, daß Dieter bislang noch keinen modernen Biographen und vorurteilsfreien Darsteller gefunden hat, ja daß man noch immer genötigt ist, zu Karl Adolf Menzels im Jahre 1868 erschienener Monographie zu greifen, die nur wenig kritisch über den Fragenkomplex informiert3). Eine kürzlich vorgelegte Publikation aus der Feder des bekannten Frankfurter Juristen Adalbert Erler, die hier angezeigt werden soll4), lehrt uns!) Zum Todesdatum vgl. den Artikel von Ernst Bock, Dieter Graf von Isenburg, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957) 668. Bei Anton Brück, Dieter von Isenburg, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3 (21959) Sp. 382 und bei Roger Aubert, Diether d'Isenburg, in: Dictionnaire d'histoire et de géographie ecclésiastiques 14 (Paris 1960) col. 449 findet sich der 7. Mai 1482 genannt, während Wilhelm Kisky, Die Domkapitel der geistlichen Kurfürsten in ihrer persönlichen Zusammensetzung im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert (Quellen und Studien zur Verfassungsgeschichte des Deutschen Reiches in Mittelalter und Neuzeit 1/3, 1906) 56 n. 111 ebenfalls den 6. Mai 1482 angibt.2)Dazu vgl. Gustav Bauch, Aus der Geschichte des Mainzer Humanismus (Beiträge zur Geschichte der Universitäten Mainz und Gießen, 1907) 186; Andreas Ludwig Veit, Aus der Geschichte der Universität zu Mainz, 14771731 (Historisches Jahrbuch 40, 1920) 106f. bzw. Leo Just, Die alte Universität Mainz (1957).3)Karl (Adolf) Menzel, Diether von Isenburg, Erzbischof von Mainz 14591463. Ein Beitrag zur Geschichte der staatlichen und kirchlichen Reformbestrebungen des fünfzehnten Jahrhunderts (1868).4)Adalbert Erler, Mittelalterliche Rechtsgutachten zur Mainzer Stiftsfehde, 14591463 (Schriften der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni-versität Frankfurt am Main, Geisteswissenschaftliche Reihe Nr. 4, 1964) IX und 326 Seiten sowie 4 Abbildungen.