Bővebb ismertető
VorwortFür sein Gesicht ist jeder selbst verantwortlich. Ja, aber das Gesicht ist auch eine Antwort auf das Gesehene, Erlebte, Erduldete, Ertragene, Verkraftete. Manche verstecken sich hinter ihrem Gesicht, das dann eine Larve, eine Maske geworden ist. Sie scheuen sich, die Eindrücke auszudrücken. Johannes Heesters hat vielen Personen, vielen Rollen, vielen Schicksalen das Gesicht geben müssen. Er hat verkörpern müssen, was nicht eigentlich sein Körper war. Aber, er hat es geschafft, sein Gesicht zu bewahren und zu erhalten. Ein Gesicht, das allen Betrachtern eine große Hoffnung verleiht. Die Hoffnung, daß das Altern kein Vergreisen sein muß, daß die Gesichtstafel offen geblieben ist für alle neuen Eingravie-rungen, daß es lebt, obwohl das Leben sich schon auf die letzte große Wanderschaft anschickt. So ein Gesicht ist auch eine Gnade. Diese Bilder zeigen eine Neugier auf das Leben, zeigen einen Widerschein des fröhlich Erlebten. Sie zeigen die großen offenen Augen eines Weisen, der die Oberfläche durchschaut hat. Aber dieses Gesicht fragt auch: Was kommt noch, was wird noch sein?" Vor dem Unsinn dieser Welt und seinen Nichtigkeiten bedeckt Johannes Heesters sein Gesicht, nein, das will ich gar nicht sehen, das könnte meiner Ansicht" schaden. Und dieses Gesicht zeigt, daßProfessor August Everdingdieser Mensch noch denkt und nachdenkt, nicht nur über das, was noch geschehen wird, sondern was sein wird, wenn diese Augen sich für immer schließen. Aber auch der Widerspruch ist abzulesen, die Ablehnung des Billigen, des Äußeren: So bin ich und nicht anders, Euren Moden verschließe ich mich, weil ich der bleiben will, der ich bin." Diese Bilder beweisen, daß Schönheit nicht von der Jugend gepachtet ist. Schönheit muß sich auch erfüllen - und es ist ein erfülltes Gesicht, das uns dort erblickt, das uns erfreut, mahnt und auffordert. Es macht Mut und Zuversicht, auch alt werden zu wollen, wenn es denn gegeben ist - und Johannes Heesters wurde es Gott sei Dank gegeben und geschenkt.