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Ursprünge der Europäischen Architektur (dedikált példány) [antikvár]

Dr. Hajnóczy Gyula, Julius Gy. Hajnóczi

 
Geleitwort Es gehört zum Wesen des Menschen, nach Klarheit über seine Vergangenheit bis hin zu den Ursprüngen seines Daseins zu trachten. Dabei üben gerade die Anfange einen besonderen Reiz auf seinen Erkenntnisdrang aus, denn in ihrer relativen Einfachheit lassen sich nocht recht deutlich und ungebrochen die Zusammenhänge zwischen den Daseinsbedingungen und den Formen ihrer Bewältigung durch den Menschen sowie den dabei entwickelten Kenntnissen, Anschauungen und Ideen erkennen. Die vom Menschen geschaffene gegenständliche Umwelt...
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Geleitwort Es gehört zum Wesen des Menschen, nach Klarheit über seine Vergangenheit bis hin zu den Ursprüngen seines Daseins zu trachten. Dabei üben gerade die Anfange einen besonderen Reiz auf seinen Erkenntnisdrang aus, denn in ihrer relativen Einfachheit lassen sich nocht recht deutlich und ungebrochen die Zusammenhänge zwischen den Daseinsbedingungen und den Formen ihrer Bewältigung durch den Menschen sowie den dabei entwickelten Kenntnissen, Anschauungen und Ideen erkennen. Die vom Menschen geschaffene gegenständliche Umwelt steht in den frühen Stadien seiner Entwicklung noch in Funktion und Form in unmittelbarem Verhältnis zu seinem Leben. Das gilt in besonderem Maße für die Anfange der Architektur. Sie liegen dort, wo der Mensch zum werktätigen Stoffwechsel mit der Natur überging und seinen Lebensunterhalt durch den Ackerbau, also durch Bearbeiten und Verändern der Natur zu gewinnen begann. Haus und Siedlung, Tempel und Burg sind in ihrer inneren Struktur und in ihren Beziehungen untereinander sowohl in ihrer Form als auch in der städtebaulichen Ordnung durch die jeweilige Entwicklungsstufe der Lebensweise, die dazu gehörende Struktur der Gesellschaft, deren rechtliche und moralische Fixierung, die Sitten, Riten, Mythen und Ideale geprägt. Der alte Orient, vor allem Mesopotamien und das Niltal, gewährt dafür neben der griechischen und römischen Antike besonders anschauliche Einblicke: Die Entwicklung geht trotz aller kriegerischer Auseinandersetzungen und Völkerbewegungen einigermaßen stetig voran, und die räumlichen Qualitäten der architektonischen Umweltaneignung entfalten und differenzieren sich stufenweise in Übereinstimmung mit dem gesellschaftlichen Fortschritt. Als Gottfried Semper seine durchaus praktischen Zielen gewidmete Abhandlung über den Stil in den technischen und tektonischen Künsten schrieb, griff er daher nicht nur auf die seinerzeit vorhandenen Kenntnisse von der Antike zurück, sondern auch auf die Ergebnisse, die damals die Wissenschaft zu Leben und dinglichem Lebensrahmen der Menschen im Alten Orient erbrachte. In neuerer Zeit konnte sich Siegfried Giedion,.der Biograph und Theoretiker der modernen Architektur, die sich zeitweise direkt ahistorisch gegeben hatte, ebenfalls nicht der Faszina- tion dieser frühen Zeugen entziehen und widmete ihnen große Teile seines zweibändigen Werkes „Ewige Gegenwart", um gestützt auf diese Zeugen seine Theorie von den Raumkonzeptionen und ihrer historischen Abfolge zu begründen. Mit dem Raum - dem architektonischem Raum als die vom Menschen für sein Leben geformte und seine Anschauungen reflektierende Lebenssphäre - beschäftigt sich auch Gyula Haj-nóczi. Aber er befaßt sich mit diesem Thema nicht mit dem Ziel, eine Theorie des Stiles zu begründen oder eine große Zusammenschau der Architekturentwicklung zu formulieren, durch die die moderne Architektur als logischer und großartiger Abschluß dér bisherigen Entwicklung erscheint. Hajnóczi stellt die Geschichte der architektonischen Umweltaneignung zur Zeit von Urgesellschaft und Sklaverei im alten Orient und in der antiken Welt in ihrer Abhängigkeit vom Leben, den Umweltbedingungen, den technischen und konstruktiven Möglichkeiten, dem Material und auch den geistigen Positionen der einzelnen Völker und ihren Entwicklungsstufen mit dem Ziele dar, die Wurzeln der Architektur Europas bloßzulegen. Natürlich werden damit auch Antworten auf viele mit dem Stilproblem verbundene Fragen gegeben. Aber in erster Linie geht es um die innere Logik der Entwicklung und damit um das Bleibend-Gesetzmäßige der architektonischen Raumbildung. Um diesem Anliegen eine objektive Grundlage zu verleihen, hat der Verfasser den geschichtlichen Darstellungen ein einführendes Kapitel zu einer Raumtheorie (Spatiologie) vorangestellt. Diese Theorie systematisiert in neuartiger und verständlicher Form die verschiedenen Typen der architektonischen Raumbildung und schafft auf diese Weise ein brauchbares Gerüst für eine differenzierte Behandlung der architektonischen Form und ihrer Entwicklungsschritte. Durch solche Methoden und Zielsetzungen erhalten die historischen Betrachtungen auch architekturtheoretischen Charakter. Dem kommt es sehr zugute, daß Hajnóczi als praktischer Architekt argumentiert. Dadurch werden die Zusammenhänge zwischen Funktion, Material und Konstruktion einerseits sowie gestalteter Form und erreichter Wirkung andererseits in ihrer ganzen Komplexität behandelt. Der Leser hat davon einen doppelten Gewinn, denn gemeinsam mit einem hinreichend ausführlichen Überblick über die Geschichte der Architektur in den behandelten Kulturen lernt er auch jene Kräfte kennen, die diese Entwicklung bestimmten und deren Wechselspiel sie vorantrieb. Es gebührt daher dem VEB Verlag für Bauwesen ein besonderer Dank dafür, daß er diese informative und sowohl für Fachleute als auch interessierte Laien lehrreichen historischtheoretischen Betrachtungen meines verehrten Fachkollegen auch dem deutschsprachigen Leserkreis zugänglich gemacht hat. Kurt Milde

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Cím: Ursprünge der Europäischen Architektur (dedikált példány) [antikvár]
Szerző: Dr. Hajnóczy Gyula Julius Gy. Hajnóczi
Kiadó: VEB Verlag für Bauwesen
Kötés: Vászon
Méret: 240 mm x 280 mm
Dr. Hajnóczy Gyula művei
Julius Gy. Hajnóczi művei
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