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Vorbemerkung zur 1. Auflage
Langsam, sehr langsam beginnen sich die Wissenschaftler in der Geschichte auf si(;fi selbst zu besinnen. Kluge Einsichten in den eigenen oder allgemeinen wissenschaftlichen Arbeitsprozeß sowie in die Geschichte der Wissenschaft finden sich hie und da in den letzten 2500 Jahren. Eine zusammenhängende Geschichte der Wissenschaft beginnen wir recht eigentlich erst seit dem Zweiten Weltkrieg zu schreiben -zunächst (und zwar ganz stark angeregt durch des Sowjetwissenschaftlers B. Hessen wundervollen Newton-Vortrag 1931 in London) in England und Amerika, seit kurzem auch in den sozialistischen Ländern, insbesondere in der Sowjetunion. Ganz am Beginn stehen wir erst, zumal das Unternehmen von außerordentlicher Schwierigkeit ist. Von so vielem wissen wir noch so wenig. Ist es nicht kennzeichnend, daß ein io vielseitig gebildeter Wissenschaftler wie Bermal ausdrücklich noch auf eine Definition des Begriffes Wissenschaft verzichten möchte? Ist es nicht kennzeichnend, idaß die beste Geschichte der Wissenschaft, die wir Marxisten besitzen, eben die von Bemal, im Grunde nur einen Hauptblickpunkt hat, den er so definiert: Das Ziel des Buches besteht darin, „den Einfluß zu umreißen, den die Wissenschaft auf andere Aspekte der Geschichte ausübt, und zwar entweder direkt auf dem Wege über die ökonomischen Veränderungen oder indirekt über die Vorstellungen der jeweils herrschenden oder der nach der Herrschaft strebenden Klassen"*. Das Thema hat seine volle Berechtigung, denn der Einfluß der Wissenschaft auf die Produktionsverhältnisse und Produktivkräfte und durch sie wieder auf den Verlauf der Geschichte allgemein ebenso wie direkt innerhalb des Überbaus Ist enorm und bedarf dringend der Untersuchung. Neben einem solchen Ziel müssen wir jedoch noch manches andere verfolgen, bevor wir zu einer geschlossenen Geschichte der Wissenschaft, das heißt zu einer Geschichte, die alle entscheidenden Einflüsse der Bewegung der Wissenschaft umfaßt, kommen. Vor allem gilt es auch, eine Geschichte der Einflüsse auf die Wissenschaft au schreiben, um am Ende zu einer ausgewogenen Darstellung der dialektischen Bewegung der Wissenschaft zu kommen. Im folgenden wollen wir uns vornehmlich mit Problemen der Beziehung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft beschäftigen. Vornehmlich - denn wir werden uns nicht scheuen, auch gelegentlich andere, uns für eine Geschichte der Wissenschaft interessant
* ]. D. Bemal, Die Wissenschaft in der Geschichte. Berlin 1967. S. XV.