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ZEHN URKUNDEN PAPST INNOCENZ' III. FÜR DIE KARTAUSE SAN BARTOLOMEO ZU TRISULTI
(1208—1215)
Von Alfred A. Strnad
In memoriam Anton Haidacher
I. Geschichtlicher Überblick
Siebenundzwanzig Straßenkilometer nördlich von Frosinone, eine knappe Wegstunde von dem kleinen Flecken Collepardo entfernt, zu dessen Gemeinde es gehört, liegt inmitten von Stein- und Korkeichen sowie von Olivenbäumen in 797 m Seehöhe am Fuße des 1757 m hohen Monte Rotonaria, einer markanten Erhebung der sogenannten ,,monti Ernici", des Hernikergebirges, das einstige Kartäuserkloster von San Bartolomeo zu Trisulti (Prov. Frosinone, Com. Collepardo, Diöz. Alatri)1).
In diese malerische und durch den tief unten vorbeirauschenden Capo Fiume (Valle del Rio), der sich unweit des uralten Hernikersitzes Alatri in die Cosa ergießt, zerklüftete einsame Bergwelt des mittellatinischen Apennin zog sich um die erste Jahrtausendwende n. Chr. ein heiligmäßiger Mönch zurück, um hier in einer heute noch begehbaren Tropfsteinhöhle, umgeben von wildragenden Stalaktiten und Stalagmiten, das Leben eines Eremiten zu führen und in Gebet, fromme Betrachtung und Beschaulichkeit versunken Gott zu dienen und seinen Namen zu preisen. Hier soll Abt Dominikus (von Sora)2), einst
x) Literatuxangaben bei Paulus Fridolinus Kehr, Regesta Pontificum Romanorum. Italia Pontificia II (1907) 152 und Laurent-Henri Cottineau, Répertoire topo-bibliographique des abbayes et prieurés II (Macon 1939) col. 3218 f. An Einzelstudien seien genannt Giovanni Paccasassi, Cenni storici della Certosa di Trisulti (Fermo 1881) und die unten 30 Anm. 29 zitierte Arbeit von Beda Castelli.
2) Über diesen zuletzt Luigi De Benedetti, Vita di San Domenico abate (Sora 1955) und Filippo Caraffa, Domenico di Sora, in: Bibliotheca Sanctorum 4 (Roma 1964) col. 737—739 (mit Literaturzusammenstellung). Von der älteren Literatur seien auswahlweise genannt: Gasparo Spitilli di Campli S. J., Vita di San Domenico da Fuligno, abbate dell'ordine di San Benedetto (Roma 1604); Lodovico Jacobilli, Vita di San Domenico da Foligno (Foligno 1645); bzw. derselbe, Vita de' Santi e Beati dell'Umbria I (Foligno 1647) 114 ff.; Iulius Ambrosius Lucentius, Fulgor Fulginn in splendoribus sanctorum (Romae 1703) 67—72; Luigi Tosti, Deila vita di San Domenico abbate (Sora 1877); Anselmo Lentini, I. San Domenico Sorano e Montecassino. II. Sue tre inni di San Domenico abate (Benedictina 5, 1951) 185—199