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WahlverwandtschaftenDieser Magyar ist verrückt! Das war mein spontaner Gedanke, als Kasimir Magyar irgendwann im Frühjahr 1991 mit dem Vorschlag an mich herantrat, gemeinsam mit ihm ein Buch über Visionen zu schreiben. Warum nicht gleich ein Buch über den lieben Gott?Inzwischen habe ich meine Ansicht korrigiert. Nach über einem Jahr intensiver Zusammenarbeit weiß ich: Kasimir Magyar ist kein Verrückter, sondern ein Anarchist im Nadelstreifen-Anzug.Ich mag positive Anarchisten. Das aber war nur ein Grund, warum ich mich mit dem Vorschlag überhaupt befaßte. Wichtiger war die Einsicht, die Magyar mir in unseren Gesprächen vermittelte, in welch ungeahntem Ausmaß mein eigenes Leben von unternehmerischem Handeln -und Versagen - tagtäglich geprägt wird. Was mir bislang nur sehr abstrakt und theoretisch bewußt war, führte er mir ganz konkret und praktisch vor Augen. Ein völlig neues Universum erschloß sich mir auf diese Weise.Über dieses Universum nachzudenken und zu schreiben erschien mir eine spannende Aufgabe. Ziel eines solchen Buches müßte es sein, die Vernetzung visionären Unternehmertums mit zentralen Fragen unserer Gesellschaft sichtbar zu machen, um dadurch den Dialog zwischen den verschiedenen Kräften zu fördern, die an der Gestaltung unserer Zukunft beteiligt sind Daß einer des andern Sprache verstehe Trotzdem - ich wollte nicht. Ich steckte damals bis über die Ohren in der Vorbereitung eines sehr ehrgeizigen literarischen Projekts: die Geschichte des geteilten Deutschland,