Bővebb ismertető
AUF EIN WORTDie Verantwortungfürdas ungeborene Le-ben ist ein Thema von besonderer Brisanz. Die seit Jahren andauernde, aus aktuellem Anlafi derzeit besonders heftiggeführteDe-batte in der Bundesrepublik Deutschland macht dies fürjedermann offenkundig. Al-lerdings: das Thema hat - auch wegen sei-ner gesamtmenschlichen Bedeutung - in-ternationale Dimensionen; es wird andern-orts kaum weniger leidenschaftlich disku-tiert.Indes ware gerade angesichts der beson-deren Bedeutsamkeit der Problematik au-fierordentliches Bemühen um Sachbezo-genheit der Argumentation vonnöten. Denn in der Frage nach der Verantwortung für das ungeborene Leben geht es um den Menschen selbst, um sein Verháltnis zu sich selbst und um die Grundlagen einer wirklich humánén Gesellschaft. Weil so viel auf dem Spiel steht, vor allém aber, weil die Abtreibungsproblematik in besonderer Weise betroffen macht, wird manche Emotionalitat in der Auseinandersetzung verstandlich. Sie leugnen zu wollen hiefie, einen wesentlichen Faktor der konkrétén Debatte und des Engagements zu negieren. Gleichwohfsind Emotionalitat wie Betrof-Jénheit alléin keine - vor allém keine aus-~ relcHenden - Ratgeber, wenn schwierigste Entscheidungen anstehen, wie dies bei der notwendigen Neuregelung der rechtlichen Bestimmungen über den Schwanger-schaftsabbruch in der Bundesrepublik Deutschland der Fali ist.Wo die Auseinandersetzung mit ver-meintlich unvereinbaren Alternativen -z. B. zwischen dem Lebensrechfdes^unge-borenen Kindes einerseits und dem Selbst-bestimmungsrecht der Frau andererseits -\geführt wird, wo es nur noch um die Vertei-figung feststehender (Vor-)Urteile geht,dort kann ein wirkliches Gesprach in der Sache kaum entstehen. Gerade dies aber kann sich eine auf Humanitat gegründete moderne Gesellschaft nicht leisten, will sie sich nicht der notwendigen Vergewisserung ihrer Mafistabe und Wertorientierungen entziehen und somit das humane Mitein-ander auf Dauer gefahrden. Kontroversen im Grundsatzlichen sind sachgerecht und tragfáhig nicht einfach nur mit politischen Mehrheitsentscheidungen zu lösen; sie er-fordern vielmehr den offenen, Konsequen-zen abwágenden gesellschaftlichen Dis-kurs.In der Gesellschaft insgesamt tut alsó Besinnung not; eine Besinnung, die wegen der Bedeutsamkeit ihres Anlasses auch kri-tische Anfragen an manch vermeintlich Selbstverstandliches in unseren Über-zeugungen und Vorsteltungen von Freiheit undpersönlicher Entfaltung, aber auch von Interessen und Ansprüchen zuzulassen béréit ist - und die mögliche Selbst-Mifiver-standnisse auch des modernen Menschen nicht von vornherein ausschliefit.Solcher Besinnung möchte das vorlie-gende Heft von ARZT UND CHRIST die-nen. Es Spiegelt selbst die Komplexitat sei-nes thematischen Schwerpunktes wider. Die Zuordnung der Beitráge zu Grundlagen, zu konkrétén bzw. praktischen Pro-blemfeldern und zu besonders kontroversen Diskussionsstandpunkten lafit dies deut-lich werden. Allén in dem Heft angespro-chenen Dimensionen kommt, auch wenn eine erschöpfende Erörterung nicht bean-sprucht wird, je eigenes Gewicht für eine möglichst breite Diskussion zu.Das Heft möchte zu unvoreingenom-mener Diskussion beit ragén und- was kei-nen Widerspruch darstellt - begründet Po-sitionen verdeutlichen. Übereinstimmung