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AUFZEICHNUNGEN AUS DEN BÖHMISCHEN DÖRFERN n.
Was genau ein Theologiestudium bedeutet, wird erneut auch in Prag, Budweis und Olmütz, in den Orten der insgesamt fünf theologischen Fakultaién der Tschechischen Republik, diskutiert. Es geht einmal darum, ob es sinnvoll ist, weiter mit den Adjekiven „evangelisch", „katholisch" und hier in Prag auch noch „hussitisch" das ganze Ge-biet der Theologie zu unterteilen (katholische Fakultáten in Olmütz und Budweis beniitzen die Beifügung sowieso nicht). Der Prager Sy-stematiker Petr Macek hat sich bei der Diskussion des Lehrkörpers der Evangelisch-Theologischen Fakultát der Prager Karlsuniversitát im Sommer 2003 (und spáter auch in seinem Artikel „Jakou teo-logii?", „Was für eine Theologie?" in Teologická Reflexe 2003/2) für eine Theologie ohne Beifügungen ausgesprochen, denn diese - eben in der Auffassung der Reformatoren, desto mehr dann angesichts der globalen Herausforderungen von heute - beabsichtigt doch, eine all-gemeine („katholische") christliche Theologie zu sein. Dem ent-spricht nicht nur eine konstante Anzahl von römisch- oder altkatholi-schen, freikirchlichen oder konfessionell gar nicht gebundenen Studierenden, sondern auch die Ausrichtung der einzelnen Facher. Und seit vier Jahren sind dem Studienangebot der Ev.-Theologischen Fakultát auch zwei bisher unabhángige, vom inneren Aufbau jedoch katholische Bakalaureatsprogramme beigefügt: das von Salesianern konzipierte dreijáhrige soziale und seelsorgerliche Programm und das von der dissidierenden katholischen Untergrundkirche gegründete vierjáhrige Programm einer „Theologie der christlichen Traditionen". Gegenargumente lauten: Es geht doch bei den Attributen wie evangelisch usw. nicht um Gegenstandsbestimmung oder sogarbegren-zung, sondern um die Angabe der Methode und der Perspektive, aus der die jeweilige Theologie getrieben wird. Im Fali der Ev.-Theo-logischen Fakultát geht es in der Tschechischen Republik auch darum, sich zu dem böhmischen und máhrischen Reformerbe zu beken-nen, das sonst - so meint der „evangelische" Flügel - ungepflegt bleiben würde. AuBerdem könnte es derzeit als ein enteignender Schritt gegenüber den anderen theologischen Fakultáten verstanden werden.