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Liebe Mitbrüder, liebe Mitarbeiter im pastoralen Dienst!
Zu Beginn des neuen Kirchen- und Lesejahres B, das im Zeichen des heiligen Markus und seines EvangeHums steht, möchte ich Ihnen zwei geisthche Wegbegleiter vorstellen und empfehlen.
Der eine ist unser lieber und verehrter Papst Johannes XXlll. (1881-1963). Das Wappen seines unvergeßlichen Pontifikates stellt u. a. den Markuslöwen mit dem aufgeschlagenen Evangelienbuch vor. Und darin steht das schöne Wort geschrieben: „Pax tibi, Marce, evangelista meus!" - „Markus, du mein Evangelist, ich entbiete dir den Friedensgruß!" Schon in seiner Heimatprovinz Bergamo war Angelo Roncaüi dem heiligen Markus sehr verbunden, mehr noch, als er 1953 Patriarch von Venedig geworden war. Er hat das Grab des Evangelisten im Markusdom heben lassen, so daß man es seitdem sehen und verehren kann. Und die herrliche Ikonostase des Heiligen, einen Lettner aus prächtig verziertem Marmor, ließ er drehbar machen, so daß der Blick zum Hochaltar während der Gottesdienste nun nicht mehr verstellt ist. Als Kardinal äußerte Roncalli einmal den Wunsch, „nahe beim Grab des Evangelisten, der meinem Geiste, meinem Beten seit langem so lieb und vertraut geworden ist", beigesetzt zu werden: „Beim heiligen Markus, dem geistlichen Sohn des heiligen Petrus, seinem Schüler und Dolmetsch."
Der zweite Wegbegleiter durch das Markus-Jahr ist ein geistliches Buch von Carlo M. Martini, dem Erzbischof von Mailand: Und sie gingen mit ihm. Der Weg des Christen nach dem Markusevangelium (Herder Freiburg 1983). Es enthält in acht großen Betrachtungen die theologischen Grundthemen dieses Evangeliums, das „eine Art Handbuch für Taufbewerber" darstellt, wie der Verfasser schreibt. Martini möchte den Leser auf einen Glaubensweg setzen, auf „Etappen des Katechumenats", als ein geistlicher Souffleur, der die Bemühungen des einzelnen nur unterstützen, inspirieren möchte. - Das exegetisch fundierte, sprachlich leicht lesbare und in geistliche Tiefen führende Buch könnte für uns Verkünder ein persönlicher, existentieller Kommentar für dieses Lesejahr werden. Denn ohne die Einkehr bei uns selbst, mehr noch bei der Tiefe unseres Selbst, in der Gottes Geist in jedem von uns lebendig ist, vermögen wir andere nicht zu bewegen, zu überzeugen. Schließlich sollte uns bei aller Verkündigung und Pastoral das mahnende Wort des Apostels Paulus vor Augen stehen: „. . . daß ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde" (1 Kor 9, 27).