Bővebb ismertető
nötigen eines Preötgtfjörere
Von Dr. Otto Betz, Hamburg
Vorbemerkung: In „Der abgesägte Straußenwedel" von Fred Marcus (fast ebenso gut wie seine beiden anderen liebenswerten Karikatur-Bändchen „Soutane an der Wäscheleine" und „Heitere Cocktails" - jeder Geistliche sollte sie haben und herzlich darüber lachen) - ist eine Karikatur zu sehen mit der Überschrift „Auditoren" und „Auditricen": die Laien sitzen in ziemlicher Anzahl auf einer Seitenrampe der Konzilsaula, andächtig zuhörend, aber mit zugeklebtem Mund. Der Zeichner hätte unter das Bild noch schreiben können „Der ,mündige' Christ". Inzwischen ist das große Wort von der Notwendigkeit des Dialogs immer wieder gefallen und dieser Dialog - vor allem zwischen den christlichen Bekenntnissen - trägt schon allüberall seine Frucht. Wo aber wäre ein Dialog nötiger als zwischen dem Prediger und seinen Hörern? Der Redner soll seinen Hörern „auf den Mund schauen", wenngleich er ihnen nicht unbedingt „nach dem Mund reden" soll. Lassen wir also in den kommenden Heften unserer Predigtzeitschrift manchmal einen Laien zu Worte kommen! Auch wir Prediger wollen ja hörende Kirche sein. Und eine Gewissenserforschung wird uns manchmal nur gut tun.
Die Schriftleitung
-E*
Gibt es wohl noch den Predigthörer, der zum Gottesdienst geht, um in den „Genuß" einer großen rhetorischen Darbietung zu kommen? Der sich in Positur setzt, um sich von den mimischen Künsten, vom variablen Stimmumfang und vom barocken Glanz des Predigers verzaubern zu lassen? - Ich glaube es nicht.
Wann geht aber der Gläubige aus der Kirche heraus und sagt: „Heute muß ich mich beim Prediger bedanken?" - Wenn er „Brot für die Woche" bekommen hat, wenn er auch als Hörer ernst genommen wurde, wenn er fröhlich oder nachdenklich wurde, wenn ihm ein Schriftwort neu aufging. Manchmal werden vielleicht im Hörer nur Fragen wach, er muß sie nun in seinen Tag hineinnehmen, sie stellen sich wieder ein und er muß darüber nachdenken. Aber es ist viel, Fragen zu wecken, selbst wenn die Antworten nicht gleich gut verpackt mitgeliefert werden.
Aber warum kommen wir Predigthörer allzu oft unbefriedigt aus der Kirche heraus? Sind wir verwöhnt, allzu anspruchsvoll, leiden wir an Nörgelsucht, steckt ein geheimer Antiklerikalismus dahinter? Es ist wohl häufiger der Ärger, von oben „abgekanzelt" worden zu sein (wie aufschlußreich ist dieses Wort!); man erwartete die frohe Botschaft und bekam „die Leviten gelesen". Wer Brot verlangt und Steine bekommt, der kann nicht froh werden.
Von einem lautstarken Lamento über unsere Prediger verspreche ich mir nichts. Eine umfangreiche Liste der Gravamina bleibt wahrscheinlich