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Von Gott weltlich" reden?Günther Schiwy SJ, Frankfurt/MainHat es je ein nicht-weltliches Reden von Gott gegeben? Wo doch Rede immer weltliche Rede ist, menschliches Sprechen, das in den Bedingungen dieser Welt geschieht oder überhaupt nicht. Weshalb der Mensch, wenn er auch nur eine Ahnung von Gott hatte, von jeher gezögert hat, von Gott zu sprechen. Denn Gott ist nicht von dieser Welt. Wie kann man weltlich von etwas reden, das nicht von dieser Welt ist? Darum zog der Fromme es vor zu schweigen.Doch je lánger jemand mit Gott Umgang hat und je mehr er von Gott zu wissen glaubt, um so weniger vermag er über Gott zu schweigen. Und es ist nicht nur der ím Menschen angelegte Drang zur Kommunikation. Es ist eine neue Ahnung von Gott, die zum Reden drángt: Gott ist, wenn auch nicht von dieser Welt, so doch in dieser Welt. Sollte es nicht möglich sein, von allém, zu sprechen, das in dieser Welt ist, selbst von Gott, wenn er in ihr ist?Deshalb versuchten die Propheten" aller Völker, von Gott, der nicht von der Welt und doch in der Welt ist, zu sprechen, zu reden in mensch-licher Sprache, die eindeutig von dieser Welt ist und dazu gedacht, die Dinge dieser Welt eindeutig als solche zu bezeichnen. Doch sollte diese Sprache von Gott sprechen, mufite ihre Eindeutigkeit gebrochen werden, mufite menschliche Rede zweideutig" werden, mufite sie Sonne" sagen und sie doch nicht meinen, Herr" rufen und keinen Herren dieser Welt, Vater" sagen und keinen irdischen Vater meinen können.Als die Menschen anfingen, in weltlicher Sprache von Gott zu reden, habén sie ihrer Sprache die Eindeutigkeit genommen. Doch in Wahrheit habén wir nie damit begonnen, sondern schon immer von Gott zu sprechen versucht in der Sprache der Welt: weshalb menschlicher Rede von Anfang an die ungebrochene Eindeutigkeit mangelt. Wenn einer redet, weifi man nie, ob er nicht auch von Gott spricht. Der sich am besten aufs weltliche Reden versteht, der Dichter, ist deshalb der zweideutigste" Redner unter den Menschen. So tief eingewurzelt ist menschlicher Rede die Notwendig-keit, von Gott zu reden. Das ist ihre Berufung, möchte man sagen.Aber der Mensch ist der Zweideutigkeit seiner Sprache müde geworden. Es ist so anstrengend, aus dem Kontext eines Wortes, in dem es zu ande-ren Wörtern steht, und aus der Situation, in der es gesprochen ist, jeweils herauszuhorchen, was es meint, ob Weltliches oder Göttliches, das sich im Weltlichen bricht. Der Anstrengung müde, müde auch der Mifiver-