Bővebb ismertető
Kirchliche Theologie in unserer Zeit
Zur Ernennung zweier Jesuiten zum Kardinal Josef Sudbrack, München
Die Bezeichung „Jesuitenkardinal" für den Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Martini, und für den emeritierten Professor, Henri de Lubac, ist juri-stisch nicht ganz korrekt; denn spátestens mit ihrer Erhebung in den Kardi-nalsrang am 2. Február 1983 — bei P. Martini SJ natürlich schon mit der Ernennung zum Erzbischof - unterstehen beide nicht mehr im strengen Sinn des Ge-horsamsgelübdes der Jurisdiktion ihres Ordens. Doch selbstverstándlich ist es für eine Ordensgemeinschaft nicht unerheblich, wenn zwei ihrer Mitglieder diese hohe Würde erhalten. Das Bedauern über das Ausscheiden so hervorra-gender Mánner aus der Gemeinschaft wird überstrahlt von der Anerkennung, die bei dem 80jáhrigen P. de Lubac SJ offensichtlich persönlich gemeint ist.
Beide Jesuiten sind überall anerkannte Theologen unserer Zeit; de Lubac muB man sogar unter die Handvoll Manner záhlen, die die theologische Wis-senschaft unserer Zeit geprágt habén. Aber auch Erzbischof Martini hat sich als Professor am Pápstlichen Bibelinstitut in Rom weltweiten Ruf erworben. Seine beiden ins Deutsche übersetzten Bücher1 können auch breiterem Publikum die Eigenart seines Arbeitens vermitteln. Unbestritten stehen sie auf der Höhe der heutigen Exegese. Die Ausdeutung des Johannesevangeliums als Exerzitienvorlage2 ruht so auf der Grundvoraussetzung, daG es sich an „den vollkommenen Christen , den gnostischen Christen, den mit Reichtum, mit Weisheit erfüllten Christen" (Übersetzung?) richtet (19). Das besagt inhalt-lich, daG sich hier „verschiedene Ebenen einander gegenseitig durchdringen": „Die Ebene des Erdenlebens Christi, die seines Lebens in Herrlichkeit, die des Lebens der derzeitigen Kirche und die des Lebens der künftigen Kirche" (142f). Man darf alsó an das Johannes-Evangelium nicht primar mit der iso-liert-historischen Frage herantreten: „Wie war es damals im Erdenleben Jesu"; man muG stets „diese dichte gegenseitige Durchdringung der Ebenen" (143) im Auge habén: im Kreuz schon die Herrlichkeit sehen, in den Wundern schon die Macht des erhöhten Christus und in den Reden den Geist ahnen, der die Gestalt Jesu in das Leben der Kirche fortsetzt. Das heiBt für den Vollzug: Man muB das Johannes-Evangelium meditativ lesen. Wie fruchtbar eine sol-che Theologie für das persönliche Meditieren ist, zeigen die Bücher Martinis zur Genüge. Sein Kardinalat bedeutet sowohl eine Absage an den Fundamen-talismus, der die moderne Exegese verdammen möchte, wie an den exegeti-schen Minimalismus, der die geistliche Betrachtung biblischer Texte für un-wissenschaftlich hált.