Bővebb ismertető
Wann kommt das „neue Pfingsten"?
Franz-Josef Steinmetz SJ, Frankfurt am Main
Wer das Pfingstfest von heute mit dem vergleicht, was Lukas in seiner Apostelgeschichte beschreibt (2,1-13), wird Unterschiede feststellen, die ihn bedrángen und herausfordern. Was aber soll er daraus folgern?
Damals, es war vielleicht der 27. oder 28. Mai des Jahres 30, geschah das, was mit guten Gründen als Geburtstag der Kirche und Anfang der christlichen Mission angesehen wird. Die Mánner, die es erlebten, vermoch-ten es spáter nicht anders zu deuten als so, dafi sie erzáhlten: „Ein Wind kam von Gott. Ein Feuer kam, und wir waren verwandelt. Wir wufiten, dafi Christus bei uns ist. Wir konnten reden. Wir wufiten, was wir zu tun hatten. Wir sahen plötzlich, wie der Weg, den wir mit Jesus gegangen waren, vor unseren eigenen Füfien weiterging: er führte geradlinig zu den Menschen. Und nichts war uns mehr wichtig, als diesen Weg mit Jesus zu den Menschen zu gehen"1. Mit anderen Worten: Sie hatten einen Auftrag, von dem sie zutiefst überzeugt waren. Der versprochene Helfer war gekom-men, obwohl sie zuvor alleingelassen schienen. Und wo sie bisher wie vor einer Wand standén, da zeigte sich eine neue Strafie.
Heute erfahren viele von uns eher das Gegenteil von alldem. Ihre Ver-lassenheit hált anscheinend vergeblich Ausschau nach einem Tröster. Auf weite Strecken nichts als Ermüdung, Lustlosigkeit, unertrágliche Hitze, Tránen. Zahllose Gespráche und Reden vermögen die verhárteten Posi-tionen nicht aufzulösen; wie soll man die erkalteten Herzen erwármen? Wie die Verirrten auf den rechten Weg zurückführen? Schlimmer noch: Das, was viele einstmals wenigstens selbst überzeugte, hat manches von seiner ursprünglichen Krafit verloren. Die altén Worte sind leer geworden, sagen nur noch wenig; die geheimnisvollen Gesten und Riten von einst, deren Glanz uns begeisterte und mit Freude und Hoffnung erfüllte, sind sie nicht leblos? Freilich gibt es auch heute noch andere Christen, die die herkömmlichen Sprachspiele bedenkenlos, unbekümmert weiterspielen. Ihre Welt ist offenbar nicht dunkel, sondern hell und voller Wunder. Aber sind sie nicht wie Kinder, die die Begrenztheit ihres Tuns noch nicht durchschaut habén? Wie lange werden sie noch durchhalten? Wird nicht eines Tages auch ihre Kinderwelt zusammenbrechen und jener Welt Platz machen, in der Angst und Verzweiflung herrschen, Gift und Schmutz, Raub und Mord, Durst und Hunger, Sinnlosigkeit und Verrat? Bekenntnisse überholen ein-ander, Gemeinschaften welken dahin, Theologien erweisen sich als unzu-
1 Aus J. Zink, Wie wir beten können, Stuttgart 1970, 154.