Bővebb ismertető
Hoffen und Planen im christlichen Dasein
Friedrich Wulf SJ, München
Hoffen und Planen: Für gewöhnlich, das heiftt im nicht-religiösen Kontext, nennt man diese beiden Grundweisen menschlicher Vorausschau in die Zukunft in umgekehrter Reihenfolge. Wenigstens in den alltáglichen Din-gen, vor allém im Bereich des Nutzwertdenkens steht die Planung an erster Stelle; man plánt etwas: eine Reise, ein materielles oder geistiges Werk (eine Fabrik, eine kulturelle Institution, ein Buch) und hofft dann auf einen glücklichen Ausgang. Zwar gibt es auch das andere: Je weit geplanter ein Projekt ist, geistig und ráumlich, je unabsehbarer es in der Zukunft liegt, desto mehr kann es seinen Ursprung in der Hoffnung habén. Der Welt-friede, die klassenlose Gesellschaft, die Chancengleichlieit aller Völker und Bürger, sind Ideen, die in dieser oder jener Form immer wieder in der Menschheit auftaudien und die sich nicht abweisen lassen, solange der Geist nicht unterdrückt wird und die Würde des Menschen bewufit bleibt. Ohne den aus der Tiefe der Seele heraufdrángenden Antrieb zur Verwirklichung solcher Ideen, und das heifit genauer, ohne eine unaus-rottbare Hoffnung auf ihre möglidie Verwirklichung würde man mit der konkrétén Planung erst gar nicht beginnen; als Utopien setzen sie den nur von der Effizienz her denkenden Menschen nicht in Bewegung. Aber das sind Ausnahmen. Das Schwergewicht im Alltag des Lebens liegt in der heutigen Leistungsgesellschaft auf der Planung, nicht auf der Hoffnung.
Anders im christlichen Denken. In der Mitte der christlichen Botschaft steht die Aussage, dafi Gott (und nicht ein Zustand der hiesigen Welt) die Zukunft des Menschen sein soll und diese Zukunft im Christusereignis schon Gegenwart geworden ist, wenn auch noch verhüllt, nur im Glauben erfahrbar und auf Hoffnung hin geschenkt. Hier ist die Hoffnung, der hoffende Glaube an die absolute, nur von Gott herbeizuführende Zukunft, an die Gemeinschaft mit Gott im Leben der Auferstehung das Erste und Entscheidende, nicht die eigene Planung. Ja, man brachte im Christentum sogar der Sorge und dem Bemühen um die innerweltliche Zukunft von jeher ein grofies Mifitrauen entgegen. Man sah in ihnen, auch wo es nicht nur um die eigene Zukunft ging, sondern um die der Familie, der Sippe, des Volkes, sehr schnell eine Eigenmáchtigkeit am Werk, die der noch sehr unmittelbar wirkend gedachten göttlichen Vorsehung vorzugreifen schien. Von daher kam es, dafi die im Glauben erhoffte Zukunft, das Leben in der Auferstehung, und die innerweltliche Zukunft, die Entwicklung oder der Fortschritt, wie zwei unvergleichbare Wirklichkeiten angesehen wurden,