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Zu diesem Heft: Der Heidelberger Katechismus als Ausdruck von Konsens und Abgrenzung Johannes Ehmann Als Kurfürst Friedrich III. („der Fromme", 1559-76) von der Pfalz am 13. Januar 1563 den „Christlichen Unterricht, wie der in den Kirchen und Schulen der Churfürstlichen Pfalz getrieben wird" zum Druck freigab dürfte ihm kaum bewusst gewesen sein, dass er damit Weltgeschichte schrieb. Die rasante und beeindruckende Wirkungsgeschichte des dann „Heidelberger Katechismus" (HK) genannten kleinen Buches mit seinen 129 Fragen darf dabei aber nicht darüber hinwegtáuschen, dass der „Unterricht" fur ein zunáchst begrenztes Territórium - eben den Reichsstand der Kurpfalz - konkrété Funktionen erfüllen sollte, wie sie für das Zeitalter des Konfessionalismus geradezu typisch sind: Zu nennen sind (1) die Fortfíihrung der lutherischen Reformation zu einer Reformation des Lebens (und nicht nur der Lehre); (2) die Bereitstellung einer diesem Zwecke dienenden Laiendogmatik; sowie (3) die verpflichtende Form der Lehre für Unterricht und Gottesdienst (Bekenntnis). Der HK war Ergebnis einer überraschend zügigen Kommissionsarbeit. Die Vorlagen stammten hauptsáchlich von Zacharias Ursinus (1534-83). Der Katechismus wurde nicht nur umgehend in deutscher und lateinischer Sprache gedruckt, er war auch Bestandteil der von Kaspar Olevian (1536-87) geschaffenen Kirchenordnung und nahm dort seinen Platz zwischen rechtstheologischen Ausführungen zu Taufe und Abendmahl ein. Dies war kein Zufall: Gründete doch der Unterricht gemáfi reformatorischem Érbe in der Taufe als Eingliederung in den * Ich verzichte in diesem Vorwort auf eine Prásentation der einschlágigen wissenschaftlichen Literatur. Diese ist im aus Raumgründen zu einem Titel zusammengefassten Literaturverzeichnis zu ersehen. Auch wenn die Literaturbelege der drei vorliegenden Studien nicht in Ganze vereinheitlicht sind, sind die Kurztitel der Belege leicht zu verifizieren. - Verweisen möchte ich stattdessen an dieser Stelle nur auf die neueste Literatur, die sich vor allém praktisch-theologischen Fragen zuwendet: Uwe Hauser, „Ganz bei Trost", Karlsruhe 2012; Martin Heimbucher/Christoph Schneider-Harpprecht/Aleida Siller (Hg.), Zugánge zum Heidelberger Katechismus. Geschichte. Themen. Unterricht, NeukirchenVluyn 2012; Helmuth Schwier/Hans-Georg Ulrichs (Hg.), Nötig zu wissen. Heidelberger Beitráge zum Heidelberger Katechismus, Heidelberg 2012; Georg Plasger, Glauben heute mit dem Heidelberger Katechismus, Göttingen 2012; vgl. auBerdem das Themenheft der Zeitschrift „Evangelische Theologie" 72. Jg., 6. Heft (2012); schlieBlich: Johannes Ehmann: Die badischen Unionskatechismen. Vorgeschichte und Geschichte, Stuttgart 2013.