Bővebb ismertető
Gustav Reingrabner
Die evangelischen Superintendenten
des Burgenlandes - vom Wandel eines Amtes
I.
Gustav Albert Dömhöjer wurde am 20. März 1920 zum Pfarrer der »Evangelischen Muttergemeinde A.C. Nickelsdorf« bestellt; damals gab es noch keinen Superintendenten des Burgenlandes, und zwar einfach deshalb, weil es noch kein Burgenland gab. Und als Dörnhöfer am 26. April 1976 in Eisenstadt verstarb, befand sich bereits der jetzige Superintendent (und Schreiber dieser Zeilen) im Amte. So ist die Eröffnung einer kleinen Sonderausstellung im Diözesanmuseum Stoob, die dem Leben und Wirken des von 1940 bis 1962 im Amt befindlichen zweiten burgenländischen Superintendenten gewidmet ist, wohl der geeignete Anlaß, etwas von dem Amt des burgenländischen Superintendenten und dem Wandel, dem es seit seiner Errichtung im Jahre 1924 unterlegen ist, zu erzählen. Dabei ist es nicht nur unerläßlich, etwas von dem Leben und Wirken der bisher tätig gewesenen Superintendenten zu sagen, sondern auch auf den Wandel einzugehen, der sich in der Position und Identität des westungarisch-burgenländischen Protestantismus ergeben hat.
II.
Mit dem Anschluß des westungarischen Grenzstreifens an Österreich, der nach langen Bemühungen und keineswegs in der durch die Pariser Friedensverträge von 1919 festgelegten Form im Spätherbst des Jahres 1921 erfolgte, kamen auch etwas mehr als zwei Dutzend evangelische und eine reformierte Pfarrgemeinde mit nicht ganz 40.000 Gemeindegliedern an Österreich. So wie das Land bisher als verwaltungsmäßige oder gar historische Einheit noch nicht bestanden hatte und erst zu bilden war, bildeten auch diese evangelischen Gemeinden (A.B.) keine organisatorische Einheit. Sie waren der größere oder kleinere Teil von drei der zur ungarischen Landeskirche gehörenden Senioraten und gehörten zudem noch zwei (von den insgesamt vier) Kirchendistrikten an. Die Städte waren alle bei Ungarn verblieben; damit waren nicht nur die Namen der bisher bestehenden Seniorate unmöglich geworden (Wieselburger Seniorat, oberes ödenburger Seniorat und oberes Eisenburger Seniorat), sondern mit der Stadt ödenburg war auch die Ausbildungsstätte für Theologen, das Gymnasium und das Mädchenbildungsinstitut bei Ungarn verblieben.
Und wenn auch nach Verfügung der österreichischen Behörden mit Juni 1922 das Recht der Evangelischen Kirche in Österreich auf das Burgenland — wie man den neuen Landstrich nannte — erstreckt und ausgedehnt wurde, so blieb doch nicht nur im