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I. Bognár-Kutzián
AUSGRABUNG IN SZAKMÁR - KISÜLÉS IM JAHRE 1975
(VORBERICHT) (Taf. 1-3)
Ziel der Ausgrabung war, eine Siedlung der frühesten neolithischen Bevölkerung, die an der Wende vom 6. zum 5. Jahrtausend im Gebiete Ungarns die Produktionswirtschaft und die Töpferei einführte, zu erforschen.
Die Hauptaufgabe war die Untersuchung jener Kennzeichen der Körös-Kultur, auf die sich die ungarische Forschung bisher nicht erstreckte bzw. auf die die veröffentlichten Ergebnisse der letzten drei Jahrzehnte keine ausreichende Antwort gegeben haben. Die Ausgrabungen dieser Zeit waren entweder auf kleinere Rettungsgrabungen oder auf Sondierungen beschränkt. Die Veröffentlichungen bezogen sich meistens auf je einen Fundort, eventuell behandelten sie einige kleinere Gebiete der Kultur innerhalb der bereits früher verhältnismässig gutbekannten Region jenseits der Theiss und des im engeren Sinne genommenen Theisstals.
Wir machten es uns zur Aufgabe, ausreichendere Kenntnisse über die Körös-Kul-tur zu erhalten: genauere Angaben vom Verbreitungsgebiet und den Siedlungserscheinungen zu sammeln. Es schwebte uns auch vor Augen, dass eingehende Beobachtungen und ausführliche Analysen des Bodens unsere Kenntnisse nicht nur von der Stratigra-phie, sondern auch von der Umwelt und der Wirtschaft bereichern könnten.
Unter diesen Umständen durften wir nicht ausser acht lassen, dass gemeinsame Untersuchungen bereits in der Phase der Freilegung der Quellen komplexe Arbeit mit Fachleuten solcher Wissenschaftszweige erfordern, die mit ihren eigenen Forschungsmethoden zur Lösung der archäologisch-geschichtlichen Probleme wesentlich beitragen können. Die Eigenart des Fundortes und seiner Umgebung, das Gepräge der entdeckten Funde können freilich im Laufe der Ausgrabungen den Charakter der in die gemeinsame Forschung einbezogenen Fachgebiete verändern und ihre Zahl erhöhen. In-dieser Hinsicht gaben uns die in der ersten Phase unserer Arbeit erworbenen Erfahrungen eine gute Anleitung zur Planung der nächsten Ausgrabungen.
Die Auswahl des zu untersuchenden Fundortes schien also in einem Bereich zweckmässig zu sein, der einerseits unsere Kenntnisse über das Verbreitungsgebiet jener Kultur erweitern würde, die die Neolithisierung des Karpatenbeckens auslöste, und andererseits ein Gebiet darstellte, das als unfruchtbar und unbewohnt galt; d. h. das Donau-Theiss-Zwischenstromland. Eben diese Mängel der bisherigen Forschungen Mögen der Grund dafür gewesen sein, dass sich die Archäologen weigerten, die Rolle des in dieser Frühzeit zwischen den so'unterschiedlichen Regiotren (östlich der Theiss und westlich der Donau) gelegenen Zwischenstromlandes genauer zu untersuchen. Von
MIttArchlnst 12/13 (1977/83) Budapest