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GruBansprache Prof. Dr. h. c. Hans-Joachim Böhme (Berlin) Minister für Hoch- und Fachschulwesen der DDR Sehr geehrter Herr Prásident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Werte Gáste! Sehr gern bin ich wieder der Bitté Ihres Prasidenten gefolgt, an der Eröffnung der Jahresversammlung Ihrer traditionsreichen Gelehrtenversammlung teilzunehmen und einige Worte der BegrüBung an Sie zu richten. Ich spreche zugleich im Namen der Regierung der Deutschen Dcmokratischen Republik, wenn ich die Mitglieder und Gaste der LEOPOLDINA herzlich willkommen heiBe. Es gehört zu den besonderen Kennzeichen Ihrer Akademie, daB sie es immer wieder und oft mit beachtlichem wissenschaftlichem Weitblick verstcht, für die Jahresversammlungen ein sehr umfassendes, interdisziplinar anzugehendes Thema auszuwáhlen, daB sozusagen das übergreifende, integrierende Moment, den Ausgangspunkt aller disziplináren Überlegungen bildet. Gestatten Sie mir, auch meiner Tradition treu zu bleiben und die mir zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen, um Sie mit dem vertraut zu machen, was uns in der DDR gegenwártig in Wissenschaft und Bildung bewegt. Und es entspricht ganz gewiB dem humanistischen Grundanliegen und dem internationalen Charakter Ihrer Akademie, wenn ich wiederum cinige übergreifende Gedanken voranstelle, die dem gegenwártigen Ringen um die Lösung der groBen Zeitfragen und der Position unseres Landes in diesem Kampf gewidmet sind. Wenn man die heutige Welt mit der von vor 2 Jahren vergleicht, so hat sich doch einiges deutlich zum Besseren gestaltet. An erster Stclle steht ohne Zweifel, daB ein tatsáchlicher AbrüstungsprozeB in Gang gekommen ist, der zudem noch durch vielfaltige vertrauensbildende MaBnahmen flankiert wird und bereits zu einem spürbaren Aufschwung in der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Weltsystemen und Bündnissen geführt hat. Das Leben in dieser Welt hat die reale Chance, sicherer zu werden. Vor allém die begonnene Beseitigung der nuklearen Mittelstreckenraketen der UdSSR und der USA stellt einen bedeutungsvollen Schritt auf dem Weg zu einer Welt ohne Kernwaffen, hoffentlich sogar zu noch mehr dar. Auf jeden Fali war diese Übereinkunft ein Sieg der Vernunft und des Realismus, der Auftrieb gibt und unseren Optimismus stárkt, daB der eingeschlagene Kurs gangbar ist. Wir sind uns sichcr darin einig, daB es jetzt der unverminderten Anstrengungen aller friedliebenden Kráfte über Parteigrenzen und weltanschaulichc Unterschiede hinweg bedarf, um weitere Ergebnisse in der Abrüstung vorrangig bei der radikalen Verringerung der strategischen Nuklearraketen der konventionellen Rüstungen und der chemischen Waffen zu erreichen. Wenn das gelingt - und dieser historischen Chance muB sich heute wohl jeder und erst recht jede Regierung bewuBt sein -, kann die Bewegung hin zu einer sicheren Welt unumkehrbar werden. Welche neuen Mög-