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Das Zweite Vatikanische Konzil aus evangelischer Sicht In diesem Jahrhundert hat sich der tschechische Karikaturist und Cartoonist dieses Sujets angenommen, und das Ergebnis ist überraschend und irritierend. Vom ursprünglichen Motiv ist nicht viel übriggeblieben. Seine Familie besteht aus den Gestalten, die zu Ikonen der Moderne geworden sind: Mona Lisa, die tausendfach im Louvre bestaunt wird und den Inbegriff des klassischen Frauenideals ist, Charlie Chaplin, jener Schauspieler und Komiker, der mit seinen Filmen ganze Generationen in...
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Das Zweite Vatikanische Konzil aus evangelischer Sicht In diesem Jahrhundert hat sich der tschechische Karikaturist und Cartoonist dieses Sujets angenommen, und das Ergebnis ist überraschend und irritierend. Vom ursprünglichen Motiv ist nicht viel übriggeblieben. Seine Familie besteht aus den Gestalten, die zu Ikonen der Moderne geworden sind: Mona Lisa, die tausendfach im Louvre bestaunt wird und den Inbegriff des klassischen Frauenideals ist, Charlie Chaplin, jener Schauspieler und Komiker, der mit seinen Filmen ganze Generationen in seinen Bann gezogen hat; und schließlich, besonders provozierend, die weltberühmte Zeichentrickfigur Mickymaus. Im Bild stehen nicht die Beziehung der Familienmitglieder im Vordergrund, sondern die Einzelgestalten, die aber in ihren Rollen ad absurdum gefuhrt werden. Wie bei der Heiligen Familie werden hier jeder Person bestimmte Charaktere zugeschrieben. Die Frau ist schön und klug, der Mann ist der Clown und das Kind wird überhaupt nicht mehr ernst genommen, ist infantil und dient eher dem Kommerz. Das Bild provoziert uns, darüber nachzudenken, welchen Stellenwert diese Heilige Familie bei uns hat. Dem Geschehen der Heiligen Nacht werden alle diese Bilder und Darstellungen jedenfalls nicht gerecht. Der Mensch versucht etwas festzulegen und einzuschließen, wo Gott etwas öffnet. Zu Weihnachten vernehmen wir aber die Botschaft des Mensch gewordenen Gottes, der mit dem Kommen in diese Welt alle herkömmlichen Strukturen, Klischees und Ideologien aufsprengen will, dem Menschen und der ganzen Schöpfimg zuliebe. THOMAS HENNEFELD ¦ Verhand österreichischer Zel- 1. Nach dem Ende des formal nicht abgeschlossenen Ersten Vatikanischen Konzils (1869/1870) galt weithin die These, dass es keine weiteren Konzile der römisch-katholischen Kirche mehr geben würde. Umso mehr war die Ankündigung der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) durch Papst Johannes XXIII. (1958-1963) ein unerwarteter Paukenschlag. Er sprach vom „aggiornamento" seiner Kirche, wofür er ein großes Fenster geöffnet hat. Sein nicht einmal fünf Jahre dauerndes Pontifikat hatte nicht nur erhebliche Folgen für Leben und Lehre des Katholizismus, sondern fiir die gesamte Christenheit. 2. Mit den insgesamt 16 Konzilstexten ist der römische Katholizismus evangelischer, katholischer und römischer geworden. Dieser These des Konzilsberichterstatters Gottfried Maron (1928-2010) ist voll und ganz zuzustimmen. Jedoch mit dem Hinweis, dass es nicht nur während des Konzils selbst, sondern im Anschluss daran immer wieder Versuche auch evangelischerseits gegeben hat, die auf Kompromissen beruhenden Lehrentscheidungen des Konzils einseitig auszulegen, so dass eine Reihe ökumenischer Erwartungen und Hoffnungen unerfüllt bleiben mussten. 3. Gerade eine gründliche Lektüre und Analyse der Kirchenkonstitution (Lumen Gentium) und des Ökumenismusdekrets Unitatis Redintegratio) des Konzils macht den ökumenischen Aufbruch durch das Konzil deudich, aber auch die klaren Grenzen des damit festgelegten römischen Ökumenemodells. 4. Am Beispiel des Ringens um die Auslegung der Kirchenkonstitution wird deudich, dass immer wieder konservative Kräfte innerhalb der römischkatholischen Kirche versuchen, den ökumenischen Fortschritt zu bremsen. Der Ratifizierung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" (31.10.1999) folgte nicht von ungefähr ein Jahr später die vatikanische Erklärung „Dominus Iesus". 5. Auch das durch das Konzil neu bewertete Verständnis des Verhältnisses von Schrift und Tradition kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Forderungen der Reformation bis heute fiir die römisch-katholische Kirche nicht erfüllt werden können. Solange es - wie bis heute praktiziert — immer noch „Ablässe" zu bestimmten Zeiten unter besonderen Bedingungen gibt, wird es kritische evangelische Nachfragen geben müssen. 6. Die unterschiedlichen ökumenischen Zielvorstellungen erschweren — anders als im innerprotestantischen Dialog — im Gespräch mit Rom rasche und fiir die Ökumene am Ort dringend nötige Öffnungen. Das evangelische Ökumenemodell der Leuenberger Konkordie von 1973 muss dabei immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Es darf nicht erwartet werden, dass 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die römisch-katholische Kirche evangelisch wird und die für sie unverzichtbare Autorität und Gestalt des Papsttums aufgegeben wird. 7. Für die Zukunft des ökumenischen Miteinanders (vor allem in Europa) und mit Blick auf das Datum 2017 gilt es, den ökumenischen Charakter der Reformation zu verstehen, was Geduld und Leidensbereitschaft, aber auch weitere theologische Kärnerarbeit erfordert. Denn es gilt auch heute noch die fest 50 Jahre alte evangelische Einschätzung der Konzilsergebnisse: „Eine neue Gemeinschaft evangelischer und katholischer Christen ist im Wachsen. Wir sind damit noch im Anfange " (Wolfgang Sucker, 1905-1968). WALTER FLEISCHMANN-BISTEN M.A. Leiter des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim [email protected] www. evangelischer-bund.ds Vortrag beim Bildungswerk Dombim im Oktober REFORMIERTES KIRCHENBLATT 12/2012-1 /2013

Termékadatok

Cím: Reformiertes kirchenblatt Dezember 2012/Jänner 2013 [antikvár]
Szerző: Alfred Heinrich , Irmi Langer , Pfr. Mag. Harald Kluge , Ralf Stoffers , Sonja Bredel Teresa Mayr
Kiadó: Evangelischer Oberkirchenrat H.B.
Kötés: Papír
Méret: 210 mm x 300 mm
Alfred Heinrich művei
Irmi Langer művei
Pfr. Mag. Harald Kluge művei
Ralf Stoffers művei
Sonja Bredel művei
Teresa Mayr művei
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