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Jeder von uns sei im neuen Jahr ein Christophorus, ein Christustrager! Heute erlebten wir in Rom den bisherigen Höhepunkt des II. Vatikanischen ökumenischen Konzils: die feierliche „Öffentliche Sitzung", in der die ersten Konzilsbeschlüsse von Papst Paul VI. bestátigt und rechtskráftig gemacht wurden, námlich die Konstitution „Über die heilige Liturgie" und das Konzilsdekret „Über die publizistischen Mittel". Genau 400 Jahre früher, am 4. Dezember 1563, sind in Trient die Konzilsváter zur Schlufjsitzung versammelt gewesen, habén „mit unbeschreiblichem Jubel" - wie ein Konzilsváter uns überliefert hat - die glückliche Beendigung des Konzils gefeiert, einahder unter Tránen umarmt, als sie das Tedeum sangen. Neben dem Dekret über die Errichtung der Seminare standén auch damals Erlasse des Konzils über die Feier des Gottesdienstes. 400 Jahre lang ist die lateinische Liturgie der Westkirche hauptsáchlich treu bewahrt worden. Auf diese Weise wurde in der Epoche der Aufklárung ihre kostbare Substanz gerettet. Am heutigen 400. Jahrestag aber hat die Kirche ein Dokument herausgegeben, das nicht mehr nur die Schátze zu bewahren, sondern zu öffnen heiLt, damit die Gláubigen leichter zu ihnen den Zugang finden können, auf da§ sich das innere Leben der Kirche erneuere. Schon um l/29 Uhr waren über 2000 Váter in der lichtdurchfluteten Aula versammelt - in Trient waren es damals kaum mehr als 200 alle festlich in Chormántel gekleidet, weifje Mitren oder goldene Kronen auf dem Haupt. Kurz nach 9 Uhr begann der Einzug der Kardinále und Patriarchen. Hinter ihnen wurde der Hl. Vater - wie früher - auch durch die Reihen seiner ^Brüder und Mitarbeiter" (Phil 4, 1. 4) getragen, segnend nach rechts und links. Er bestieg den heute festlich mit hohen Teppichen zum Papstaltar hin abgeschlossenen Thron und assistierte der Feier der hl. Messe, die Kardinaidekan Tisserant zelebrierte (eine Missa lecta, die in wenig mehr als l/2 Stunde beendet war).