Bővebb ismertető
Vorbemerkungen
Das Thema dieses Vortrages sollte nicht, wie in der Einladung gesagt, „Vertriebskosten in der Industrie", sondern „ Ve rt ri eb skos te n als Problem der Industrie" heißen. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, daß es nicht zweckmäßig erscheint, dieses Problem und seine Diskussion ausschließlich und allein auf die Industrie zu beschränken, wenn auch zunächst das Hauptaugenmerk auf die industriellen Vertriebskosten zu richten ist. Ich möchte weiter sagen, daß midi nicht in erster Linie volkswirtschaftliche, sondern betriebswirtschaftliche (um nicht sogar zu sagen „privatwirtschaftliche") Überlegungen bei der Behandlung meines Themas leiten.
"Wenn man vor ein solches Thema gestellt wird, so befragt man in der Regel zwei Quellen der Erkenntnis: (1) die eigene Erfahrung und (2) die Erfahrungein anderer, soweit sie in der Literatur ihren Niederschlag gefunden haben.
(1) Das Hauptgewicht der eigenen Erfahrung mit Vertriebskosten liegt in einer fast IV2 Jahrzehnt langen Arbeit, die dem Verkauf eines Markenartikels gewidmet war. Wenn in jenen Jahren jemand mir gegenüber behauptete, die Vertriebskosten und damit der Preis, den der Verbraucher für dieses Erzeugnis (es handelt sich um ein Pfefferminzkamprimat) zu zahlen hatte, sei zu hoch, dann habe ich regelmäßig den Rat gegeben, man möge sich doch Pfefferminzpastillen einmal handwerksmäßig herstellen lassen, z. B. bei einem Apotheker oder Drogisten, denn dort entständen keinerlei industrielle Vertriebs- und "Werbekosten. Diesen damals oft erteilten Rat habe ich, als ich aufgefordert wurde, vor Ihnen zu sprechen, nun auch selbst einmal wieder befolgt. Das Ergebnis ist bemerkenswert:
Der heutige Standardpreis beträgt 20 Pfennig für eine Rolle, die etwa 20 g wiegt, d. h. der Verbraucher zahlt für das Gramm 1 Pfennig. Ich bezahlte für die handwerksmäßige Herstellung von 50 g, die ich machen ließ, 1,— DM. Ich erhielt die Ware in einer Tüte mit Reklameaufdruck, was ich ausdrücklich erwähne, weil dadurch keinerlei Verpackungskosten entstanden. Ich bezahlte also für 1 Gramm 2 Pfennig.
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