Bővebb ismertető
joachim scharaIntensivmedizin zwischen Technik und Humanitát1. Die Bedingungen der IntensivtherapieAufgabe der Intensivtherapie ist es, ausgefallene oder ungenügend arbeitende lebens-wichtige Körperfunktionen solange zu unterstützen oder zu ersetzen, bis der Organismus diese Funktionen wieder selbst erfullen kann. Zu diesen lebenswichtigen VitalFunktio-nen gehören Atmung, Kreislauf, Stofíwechsel und Homöostase (die Aufrechterhaltung der für die Funktion der Körperzellen notwendigen optimalen Zusammensetzung der Kör-perflüssigkeit). Pointiert gesagt ist Intensivtherapie somit nichts weiter als Hilfe zur Selbst-hilfe für den Organismus. Damit ist auch etwas über ihre Grenzen gesagt: Sie sind durch die Erholungsfáhigkeit der ausgefallenen Organfunktionen bestimmt. Der Zweck der Intensivtherapie ist dann erreicht, wenn sich die Vitalfünktionen des Patienten soweit erholt habén, daB sie auch ohne Überbrückungshilfen wieder arbeiten. Erholen sie sich unter der Therapie nicht, oder erscheint ihre Erholung von vornhinein unmöglich, dann ist Intensivtherapie nicht indiziert. Damit ist aber gleichzeitig etwas ausgesagt über ihre Gefahren, deretwegen sie immer wieder in der öffentlichen Diskussion steht: Intensivtherapie kann áuBerst bedrohtes Leben erhalten, sie kann aber auch Sterben verlángern, wenn Leben nicht mehr zu erhalten ist. Dafur gibt es eklatante politisch - nicht árztlich - motivierte Beispiele: Franco, Tito, Hirohito. Jedoch kennen viele von uns auch persönlich Menschen, die auf Intensivstationen lange gestorben sind.Warum stirbt denn, wer hier stirbt, lange? Ganz oberfláchlich gesehen deshalb, weil wir heute zwar fahig sind, ausgefallene Vitalfunktionen mit Hilfe vielfáltigster dafür erfunde-ner Maschinen zu ersetzen, weil wir aber in vielen Fállen nur unvollkommen beurteilen können, ob und wann jemand sterben wird. Die Erholungsfáhigkeit eines Organismus ist eine GröBe, die wir in vielen Fállen erst durch den Behandlungsversuch erfahren. Ob ein Überleben möglich ist oder wann das Sterben beginnt, das láBt sich oft erst vom guten oder schlechten Ende her sagen. Medizin ist zwar Erfahrungswissenschaft, aber ihre Aus-sagen sind statistische Wahrscheinlichkeiten, die für den Ausgang im Einzelfall nur von ge-ringer Bedeutung sind.Noch vor 40 Jahren war das Leben fürjeden begrenzt, der nicht mehr ausreichend at-men konnte. Heute können wir selbst bei schwersten Lungenkomplikationen mit Hilfe ausgefeiltester Beatmungsmaschinen Kranke selbst über Monate und Jahre hin künstlich beatmen. Auch die früher lebensbegrenzenden Ausfálle der körpereigenen Homöostase oder der Bereitstellung von Energie sind heute durch die intravenöse Zufuhr von Flüssig-keit und Náhrstoffen unter stándiger MeBkontrolle und fortlaufender Korrektur der Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten gut behandelbar. In den letzten Jahren ist auch der Ausfall der entgiftenden Funktion der Niere durch den Einsatz der Hámofütration unproblematisch geworden. Mittels dieser Technik, bei der ein spezieller Filter in einen zwischen Arterie und Vene - oder auch mittels Hilfe einer kleinen Pumpe zwischen Vénén - operatív angelegten Nebenkreislauf eingeschaltet wird, kann die Nierenfunktion direkt am Krankenbett ohne gröfieren Aufwand weitgehend ersetzt werden. Dadurch ist die'lyWír'y< : ;