Bővebb ismertető
Adrián Holderegger
Was zeichnet den Menschen als Menschen aus?
Antwortversuche zur Würde des Menschen
0. Einleitung
Das ethische, philosophische und theologische Bemühen um Verstándnis des menschli-chen Lebens setzt in der Regei in aller Scharfe erst dann ein, wenn die Definition entwe-der ihre selbstverstándliche Geltung verliert, oder wenn sie in den immer wiederkehren-den oder in neuen Konfliktsituationen keine Auskunft mehr zu geben imstande ist.1 Angesichts vieler umstrittener Fragen im Umgang mit dem menschliehen Leben, vor-nehmlieh im Bereich der Bio- und Medizin-Technik, ist das öffentliche und politische Be-dürfnis an der Frage gewachsen, was denn die Würde des Menschen ausmache. Noch mehr ist die Offentlichkeit an einer daraus erwachsenden normativen Orientierung inter-essiert, die verbindliche Hinweise für den Umgang mit menschlichem Leben gibt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Begriff »Menschen-Würde« sei in sich klar genug, um Verbindlichkeit und Grenze der Schutzwürdigkeit menschliehen Lebens zu markieren. Doch der inílationáre und recht unterschiedliche Gebrauch des Begriffes »Menschen-Würde« mahnt zur Vorsicht, denn offensichtlich besitzt er nieht jene scharfen Kontúrén, die uns helfen könnten, in Konfliktfállen Auskunft darüber zu erhalten, was hinsichtlich der Lebensförderung und des Lebensschutzes moralisch vertretbar bzw. unvertretbar ist.2 Hier láBt sich eine weitere Beobachtung anschlieBen: Je öfter dieser Begriff gleichsam be-schwörend gebraucht wird, desto mehr scheint parallel dazu die Gefáhrdung und Verlet-zung der Menschenwürde zu wachsen. Dies deutet darauf hin, daB damit offensichtlich kein gemeinsam verpflichtender Inhalt über alle Gesellsehaften hinweg (mehr) gegeben ist, der den Verletzungen Einhalt gebieten könnte. Wir müssen uns angesichts der Übergriffe auf die Menschenwürde fragen, ob sie bloB noch eine Leerformel ist, einzig und alléin dazu geeignet, ein vermeintliches, gemeinsames Érbe zu beschwören. Oder ist diese Formel einem trojanischen Pferd vergleichbar, um im Schein der Einheitlichkeit unterschiedlich-ste Vorstellungen von der Würde des Menschen in die Praxis und Gesetzgebung einzu-schmuggeln? Es zeigt sich offensichtlich, daB der semantische Gehalt des Begriffes Menschenwürde so offen ist, daB unters'chiedliche weltanschauliche, philosophische und ethische Vorstellungen und Überzeugungen daran geheftet werden können. Es zeigt sich aber auch, daB er - sofern der Begriff nicht inhaltlich gefüllt wird - nicht geeignet ist, ethische Auskunft in Konfliktsituationen, vor allém am Anfang und am Ende menschliehen Lebens, zu geben. So wird mit Verweis auf die Verletzung der Menschenwürde oft gesagt, der Mensch sei keine Sache, über die beliebig verlugt werden dürfe, die menschliche Natúr dürfe weder der Instrumentalisierung noch der Ökonomisierung unterworfen werden. Jedes verbrauchende Experiment am menschliehen Embryo sei ein VerstoB gegen die