Bővebb ismertető
Hans Mohr
Biologische Grenzen der Medizin
1. Der Tod bleibt die Schallmauer aller Medizin
Warurrt müssen wir sterben?
Der Alterstod ist in unserem Erbgut vorprogrammiert. Das maximai zu erreichende Altér, die Lebensspanne, láBt sich durch eine Optimierung der áuBeren Lebensbedin-gungen nicht verlangern. Unsere ganze Individualentwicklung, auch das Altern, ist ein zielgerichteter Ablauf in Raum und Zeit, gekennzeichnet durch »Biomarker« und be-stimmt durch unsere Gene. Der unaufhaltsame und irreversible EntwicklungsprozeB, dem wir unterliegen, beruht auf dem Wirken eines materiell vorgegebenen Programms, dessen Struktur und Wirkungsweise die Molekularbiologie unserer Tage entschlüsselt. Das Altern ist alsó keine Krankheit, auch wenn es mit Krankheit und Leiden verbunden sein kann, und der Eintritt der Altersschwáche ist nicht das düstere Resultat von auf-addierten Organdefekten oder Verfehlungen in der Lebensfuhrung, sondern die abschlie-Bende Entwicklungsphase unseres Lebens, die erstaunlich prázisen Regelprozessen unterliegt.
Die Menschen in unserer Population würden, wenn sie alle den Alterstod erlitten, im Durchschnitt mit etwa 83 Jahren sterben. Die Wahrscheinlichkeitsfunktion für den Alterstod in unserer Population, eine GauBsche Glockenkurve, verlauft symmetrisch zu diesem Wert. Die Grenze der Lebenserwartung liegt bei etwa 95 Jahren. Unser Ende ware alsó auch dann besiegelt, wenn es keine Infektionen, keine Unfálle, keine chronischen Krank-heiten, keinen DrogengenuB, kein Übergewicht, keinen Mangel an Bewegung und keinen DysstreB gábe.
2. Die Gesundheitsspanne der Lebensspanne angleichen
Ziel der Medizin kann es deshalb nicht sein, die Lebensspanne künstlich zu verlangern; die Anstrengungen der Árzte bei der Beeinflussung des Alterungsprozesses sollten sich vielmehr darauf richten, durch Therapie und Pravention die Gesundheitsspanne so weit wie möglich der Lebensspanne anzugleichen.
Dies gilt auch für die neurobiologischen Veranderungen im Altér. Vorprogrammiert ist ja nicht nur die physische, sondern auch die psychische Seneszenz, einschlieBlich jener Verhaltensweisen des alternden Menschen, die der Jugend so sonderbar vorkommen: der selbstbezogenen Gelassenheit, der rückwártsgewandten Betonung der eigenen Bedeutung (»damals, als ich Rektor war «), einer konservativen Grundhaltung, die Brüche oder Er-schütterungen im Weltbild zu vermeiden trachtet, schlieBlich der Resignation und inneren Emigration - sie alle sind nichts anderes als koordinierte Anpassungen unseres Verhaltens an die physiologischen Ánderungen, die sich programmgemáB in uns vollziehen.