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VorwortGanz sicher aber gibt es kein Ensemble-Theater, das so sehr auf dem Geist von Festspielen begründet ist wie dieses Haus am Anger. Die ältesten Festspiele Deutschlands wurden zu Zeiten des Schwarzburger Grafen Albert Anton im Juni 1665 "Trauer-, Lust- und Mischspiele" genannt, was soviel bedeutet, wie Tragödie und Komödie in Oper, Schauspiel und Konzert. In den 30er Jahren unseres Jahrhunderts (in Verbindung mit der ältesten Freilichtbühne Deutschlands, den Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel) wieder aufgenommen, riß diese Tradition auch zu Zeiten der DDR nie ganz ab. Den "Arbeiterfestspielen" des Jahres 1984 verdankt das zwischenzeitlich baufällige Theater, daß es umfassend rekonstruiert und baulich erweitert wurde. Seit Abriß der Freilichtbühne auf der Heidecksburg, jenem prachtvollen Barockschloß hoch über der Stadt, im Sommer 1986, nannten DDR-Al-manache den Festspielort Rudolstadt nur noch als Austragungsstätte allsommerlicher Schloßkonzerte auf der Heidecksburg. Mit Oper, Schauspiel und Konzerten auf der Heidecksburg und im Theater wurden die Rudolstädter Festspiele im Sommer 1992 in vollem Umfang wiederbelebt.Wahrscheinlich gibt es auch kaum ein Theater, das in seiner Geschichte so häufig nicht nur Namensänderungen, sondern auch diversen Fusionen unterworfen war wie das Rudolstädter. Nach seiner Eröffnung im Jahre 1793 wurde das Schwarzburgische Hoftheater zunächst von einer auswärtigen Truppe bespielt, bis kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe von Weimar aus die Leitung für den Zeitraum von 1794 bis 1803 übernahm. Nach der Revolution von 1918 nannte sich das Theater am Anger Schwarzburgisches5Landestheater. Schon von 1903 bis 1908 war das Haus mit dem Jenaer Stadttheater verbunden und dann von 1910 bis 1918 mit dem Hoftheater von Sondershausen zusammengelegt. 1933/34 gab es eine Fusion mit Gera, von 1937 bis 1948 ein Zusammengehen mit Arnstadt unter dem Namen Landestheater Rudolstadt-Arnstadt, und von 1954 bis 1990 hieß das Theater schlichtweg Theater Rudolstadt, dann - bis zum heutigen Zeitpunkt - Thüringer Landestheater Rudolstadt.Nun, da diesem Theater wieder eine Fusion bevorsteht, es erneut eingeht in ein größeres Gebilde, in welchem es dennoch als ein Ensemble-Theater am Standort weiterleben wird, gilt es, die Rückschau auf 200 Jahre Aufregung zu verbinden mit dem Wunsche: et vivant sequentes, ad novos ducentésimos annos!Prof. Dr. Peter P. Pachl Prof. Dr. Eckart Kröplin IntendantChefdramatuig