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DIE TIHANYER GRÜNDUNGSURKUNDE lm Jahre 1046 - kaum acht Jahre nach dem Tode des Staatsgründers Köriig István (Stephan) des Heiligen -, unter der Herrschaft König Péters, brach im Lande ein Heidenaufstand aus, der das Ziel hatte, den unbeliebten Herrscher zu entmachten und die kirchlichen Institutionen des jungen christlichen Staates abzuschaffen. Am Hofe des Grofifürsten von Kiew lebte als Verbannter der thronberechtigte Herzog András, der aus dem Hause der Árpádén stammende Vazul-Sohn, den die Herren des Landes auf den Thron heben wollten; nach dem Sturz Péters zu Beginn des Jahres 1047 krönte man ihn in der Basilika von Székesfehérvár zum König. Als erstes erstrebte König András die Wiederherstellung der Ordnung im Lande und die Stárkung des vom hl. István gegründeten christlichen Staates. Durch die Heirat mit Anastasia wurde der Grofifürst von Kiew, Jaroslaw der Weise, sein Schwiegervater und der französische König Heinrich I. sein Schwager. Solche dynastischen Beziehungen halfen ihm, das Land auch gegen die Heereszüge des deutschen Kaisers Heinrich III. zu verteidigen und die Unabhángigkeit zu sichern. Wahrscheinlich hat er schon zu jener Zeit, alsó um 1050, beschlossen, in der Náhe des Veszprémer Königsgutes, auf der Halbinsel Tihany am Balaton, ein Benediktinerkloster zu gründen. Den Gründungsbrief der Tihanyer Abtei liefi András I. im Jahre 1055 verfassen, und zwar in lateinischer Sprache, er gilt als das álteste authentische Dokument, das in Ungarn erhalten blieb, es ist von unschátzbarem Wert. Weil es etwa hundert ungarische Wörter und Silben, vor allém Guts- und Ortsbezeichnungen enthált, wird es im Archiv der Benediktiner-Erzabtei in Pannonhalma aufbewahrt. In der Urkunde findet sich auch das erste ungarische Satzfragment: ,, . . . feheruuaru rea meneh hodu utu rea . . .", auf die nach Fehérvár führende Heeresstrafie..." - Nach damaligem Recht hat der König in ihr auch den Ort der Grabstátte für die Familie bestimmt. Das Kloster war verpflichtet, diese Státte zu schützen, zu pflegen und zu bewahren. Der diesbezügliche Teil des Gründungsbriefes lautet - ins Deutsche übersetzt -:... Hiermit ordnet András, der allerchristlichste Herrscher, an, dafi alles, was in der Urkunde aufgezáhlt ist . . . , sowohl zu seiner als auch zur Gliickseligkeit seiner Frau, seiner