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ALTE EUROPÄISCHE STÄDTEBILDER
Eine Auswahl aus Braun-Hogenbergs Civitates Orbis Terrarum
Die biider- und kartenfreudige Zeit des i6. und 17. Jahrhunderts hat der Welt eine Fülle großer Atlanten und reidi illustrierter geographischer Werke geschenkt. Der Ulmer Ptolemäus, 1482, und die Weltchronik Hartmann Sdiedels, 1493, leiteten diese Reihe in Deutschland ein. Die Holzschnitte aus Sebastian Münsters Kosmographie, die Kupferstiche aus den Topographien Merians sind zu gesuchten Sammelstüdcen geworden, und die Namen Münster und Merian sind selbst den Laien geläufig. Die umfangreiche Sammlung schöner Stadtansidi-ten und -pläne von Georg Braun und Franz Hogenberg, deren Entstehen vor dem Dreißigjährigen Kriege liegt, der dieses Bändchen gewidmet ist, war lange Zeit nicht in gleicher Weise bekannt und gewürdigt, wiewohl sie einen ebenso wertvollen Beitrag zur Kunst-, Kultur- und Baugesdiichte, zur Geschichte und Geographie der Städte, vorab Europas und Deutschlands, darstellt. Von den 360 Kupfertafeln (in folio) dieses Werkes wird eine kleine Auswahl in verkleinerter Form geboten. Sie genügt aber, um dem Beschauer und Leser einen umfassenden Eindruck von der Qualität der künstlerischen Ausführung, von der Vielfalt des Inhaltes in Bild und begleitendem Text zu geben''".
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Vom Einblattdruck bis zum Städtebuch
Es ist ein interessanter Weg von den primitiven Einblattdrucken der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zu den Kupferstichen der »Besdireibung und Kontrafaktur der vornehmsten Städte der Welt«, wie der deutsche Titel der Sammlung Braun-Hogenbergs lautet. Derbe Holzschnitte leiten diese Entwicklung in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein. Sie bieten keine geographischen oder topographisdien Bilder, sie schöpfen ihre Motive aus der Bibel und aus Heiligen-
* Wer sich noch eingehender mit diesem Werk befassen will, sei auf Friedrich Bachmann: »Die alten Siadtebildcr«, 1939, und auf Peter Volkelts Marburger Dissertation: »Die Städteansichten in den großen Drudewerken vornehmlich des 15. Jahrhunderts«, 1949, hingewiesen.
Die großen deutschen Bibliotheken besitzen, soweit ihre Bestände nicht dem zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, vielfach nodi vollständige kolorierte und unkolorierte Ausgaben des Gesamtwerkes von Braun-Hogenberg.