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Das Ende kam überraschend. Obwohl sich die Beratungen in Eisleben über Gebühr hingezogen hatten, war es Luther gelungen, den Erbfolgestreit der Mansfelder Grafen zu schlichten. Am Vormittag des 17. Februar 1546 unterschrieben die adligen Herrn das Verhandlungsergebnis. Danach zog sich Luther auf sein Zimmer zurück. Gegen zwölf Uhr kam er wieder herunter, um etwas zu essen. Als ihn sein Mitstreiter Justus Jonas fragte, was er nun vorhabe, antwortete der Reformator derb: Wenn ich wieder heim gen Wittenberg komme, so will ich mich alsdann in einen Sarg legen und den Maden einen feisten Doktor zu essen geben."Hatte Martin Luther seinen Tod geahnt? Wir wissen es nicht. Auf alle Fälle wollte er so schnell wie möglich nach Hause. Ihn beunruhigte die Vorstellung, in der Ferne sterben zu müssen.Gegen 16.00 Uhr setzten starke Brustschmerzen ein. Luther bat, ihn mit warmen Tüchern abzureiben. Das alte Hausmittel hatte Erfolg, bald fühlte er sich wohler. Gegen Abend kam ein zweiter Anfall. Justus Jonas meinte, es wäre endlich an der Zeit, die Ärzte zu holen. Aber Martin Luther wollte nicht. Er legte sich auf sein Ruhebettlein" und horchte nach innen, ob sich derKrampf in seiner Brust wohl lösen würde. Kurz nach 23.00 Uhr schlief er ein. Es schien, als habe sich sein Zustand gebessert.Gegen ein Uhr in der Nacht, wir schreiben den 18. Februar 1546, schreckte ein Geräusch den Diener Ambrosius hoch, der die Krankenwache hielt. Luther hatte Schmerzen und stöhnte leise: Wie ist mir so übel, mich drückt's so hart auf die Brust. O, ich werde zu Eisleben bleiben."Schleunigst wurden nun zwei Ärzte geholt. Sie sahen sofort, daß nichts mehr zu machen war. Nach und nach füllte sich das Zimmer. Die Söhne Martin Luthers erschienen, die ihren Vater nach Eisleben begleitet hatten. Dann betrat Graf Albrecht nebst Gattin den Raum. Auch der Apotheker Johann Landau fand sich ein. Und der Maler Lucas Furtenagel. Luther merkte, daß es mit ihm zu Ende ging. Anfangs betete er laut und vernehmlich zu Gott, seinem lieben Heiland und Erlöser, der ihm seinen Sohn Jesus Christus offenbart hatte. Danach wurde seine Stimme immer schwächer. Verzweifelt fragte Justus Jonas: Doktor Martinus, hochwürdiger Vater, wollt ihr auf Jesus Christus und die Lehre, die ihr in seinem Namen gepredigt habt, sterben?"5