Bővebb ismertető
6VorwortIm südlichen Teil des Komitates Zala In Westungarn, etwa 8 km südlich von Nagykanizsa liegt die Ortschaft Bajcsa. In den umliegenden Weingärten wurden Reste einer Wehranlage bei Rigolearbeiten auf einem der Sandhügel entdeckt. Auf der dem Dorf zugewandten Seite wurde zudem begonnen, in großen Mengen Sand gewerbsmäßig abzubauen.Dieser Sandabbau führte schließlich 1994 zur Entdeckung der vergessenen Festung Weitschawar" durch László Vándor, lokalisiert auf der so genannten Türkenburgflur (Törökvárla-dűlő). Im Landesarchiv für Steiermark steht uns eine beträchtliche Menge an schriftlichen Quellen über die Festung Weitschawar zur Verfügung. Mit diesem Material beschäftigte sich bereits Franz Otto Roth, der 1970 die erste grundlegende Arbeit über die Geschichte dieser vergessenen steirischen Grenzfeste schrieb.Angesichts der raschen Erweiterung der Sandgrube schienen rasche archäologische Untersuchungen nötig. Die erste Notgrabung wurde 1995 unter der Leitung von Dr. László Vándor, Direktor der Museen des Komitates Zala mit großzügiger finanzieller Unterstützung der Drávakavics GmbH, und deren österreichischen Gesellschafter durchgeführt und in den folgenden Jahren bis 2001 fortgesetzt. Seit 1996 habe ich mich bemüht, nach Maßgabe meiner Möglichkeiten meinem Kollegen und Freund Vándor bel seinen Untersuchungen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Unmittelbarer Anlass für die nunmehr fast zehnjährige freundschaftliche Zusammenarbeit bei der Erforschung der Geschichte der steirischen Festungen im Komitat Zala war ein von Csanad Balint von der ungarischen Akademie der Wissenschaften organisiertes Fachgespräch von ungarischen und slowenischen Kollegen über die Möglichkeiten grenzüberschreitender Zusammenarbeit, bei dem ich als Vertreter Österreichs teilnehmen durfte.Angesichts des Umfanges der notwendigen Arbeiten und deren Bedeutung für die steirische Geschichte hat zunächst die Historische Landeskommission für Steiermark und, basierend auf einem Beschluss des steirischen Landtages, das Steiermärkische Landesmuseum Joanneum die Forschungen in Bajcsa ab 1997 mit bedeutenden Summen unterstützt.Gleichzeitig sichtete LeoToifl vom Landeszeughaus die bisher nur teilweise publizierten schriftlichen Quellen im steirischen Landesarchiv. Dabei kamen viele bemerkenswerte Einzelheiten zum Vorschein, die es uns nun zusammen mit Funden und Befunden erlauben, ein sehr präzises Bild vom Leben an der Grenze am Ende des 16. Jahrhunderts zu vermitteln.