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SPLENDIDISSIMA RAETIAE COLONIADas Haupt mit Lorbeer umkränzt, die Rechte in altrömischer Imperatorengeste erhoben, mit dem Feldherrnpanzer angetan - so bekrönt das Erzbild des Augustus den ersten der Augsburger Praditbrunnen. Zum sedizehnhundertjährigen Jubiläum der Stadtgründung war der Brunnen vor Perlach und Rathaus errichtet worden. Daß Augustus der Stadtgründer gewesen sein mußte, war selbstverständlich, trägt doch die Stadt seinen Namen.Wenn die ardiäologische Forschung auch erwiesen hat, daß Augsburg als Stadt an der gegenwärtigen Stelle nicht von Augustus selbst gegründet sein kann, so geht ihr Ursprung letztlich doch auf die Friedenspolitik des großen Kaisers zurück. Rom hatte im Osten bereits ein Weltreich erriditet, doch die Nordgrenze des italienisdien Mutterlandes war immer nodi durdi kriegerisdie Stämme der Kelten gefährdet. Hatte Julius Caesar das keltische Kernland, Gallien, unterworfen, so vollendete Augustus das Werk seines Großoheims, wenn er 15 vor Christus das keltische Rätien und Noricum durch seine Stiefsöhne Tiberius und Drusus besetzen ließ. Zur Sicherung des damit eroberten Vindelicien wurde am linken Ufer der Wertach, wenig oberhalb der Mündung in den Lech, ein Lager angelegt. Erst als dieses Lager nach etwa dreißig Jahren aufgegeben worden war, entstand, vermutlich unter Claudius, eine Zivilsiedlung auf der Hochterrasse zwisdien Wertach und Lech.Die Gründung der Augusta Vindelicorum dürfte mit der Organisation des rätischen und vindelikischen Landes als selbständige Provinz zusammenhängen. Durdi eine alte Handelsverbindung, die jetzt als Via Claudia neu ausgebaut wurde, eng mit dem italischen Mutterland verbunden, war die Augusta der natürliche Handels- und Verwaltungsmittelpunkt der jungen Provinz. Die günstige Verkehrslage verhalf dem neuen Forum bald zu gewichtiger Bedeutung. Die große Querverbindung zwischen Gallien und Kleinasien berührte Augsburg; mit dem südlichen Gallien war die Stadt über Kempten (Campodunum) und Bregenz (Brlgantlum) verbunden. Aus Germanien durften nur hermundurlsche Kaufleute römischen Boden betreten; auf der nördlldien Fortsetzung der Via Claudia gelangten sie