Bővebb ismertető
Das Land Gegensátzlichkeiten gibt es in vielen Landern. Doch die auffallendsten findet man in Australien. Mitunter möchte man fast an Widersprüche glauben, die in dem 7,7 Millionen Quadratkilometer grossen Kontinent auftauchen. So ist das Land sehr alt, záhlt es doch tausend Millionen oder mehr Jahre. Doch erst seit knapp zweihundert Jahren wird es von weissen Menschen bewohnt. Dies ist wohl der eigentümlichste Gegensatz. Es gibt aber noch andere. Einmal wird das Leben der Landbewohner bedroht von Dürreperioden, die gelegentlich jahrelang andauern; dann gibt es sintflutartige Überschwemmungen, welche den Ertrag jahrelanger Arbeit vernichten können. Es gibt Wüsten, die breiter sind als die Sahara, und es gibt Schneefelder, die grösser sind als die Schweiz. Es gibt feuchte, dunkle Dschungel, in die kein Sonnenstrahl dringt, und es gibt sanft gewellte, sonnige Hügel, die an südenglische Landschaften erinnern. Es gibt felsige, rote Schluchten mit altén Flüssen und erhabene Küstenstriche, die majestátisch sind und gefahrvoll zugleich. Die Menschen habén gelernt, sich mit diesen Gegensátzen abzufinden und mit Katastrophen zu rechnen. Doch es finden auch Entwicklungen statt, die sich nicht voraussehen lassen, da sie mit den Menschen selbst zusammenhángen. Die Gesellschaft der Weissen ist sehr jung. So jung, dass sie noch nicht durchwegs teste Normen und Verhaltensmuster ausgebildet hat. Trotz der vielen Mythen des Landes gibt es auch keine Wurzeln zur Tradition wie bei der altén europáischen Kultur. Der geheimnisvolle Zauber, der über Australien liegt, hángt mehr mit den Kontrasten zusammen als mit der Geschichte. Oft könnte man glauben, die Dinge seien unecht wie die Luftspiegelungen in den australischen Wüsten. Lange Zeit trugen die Einwohner einen unbekümmerten Gleichmut zur Schau, der mit einem eigenartigen, forschen Stolz gepaart war. Ob sie damit den Mangel der nationalen Identitát, den sie unbewusst empfanden, überspielen wollten? Eine nationale Identitát vermochte sich erst nach lángererZeit zu formen, nachdem Australien begonnen hatte, sich als eine Staatsgemeinschaft zu fühlen, die gemeinsame, weittragende Entscheidungen zu treffen vermochte. Die australische Identitát ist vielleicht ungewöhnlich, doch sie passt zum besonderen Charakter des Landes, dessen Volk, Geschichte und Lebensweise völlig verschieden sind von allén anderen Landern. Australien erscheint in mancherlei Hinsicht eigentümlich. Es feiert einen Mann wie den Buschráuber Ned Kelly, der hingerichtet worden war, als eine Art Nationalhelden. Ein Volkslied preist einen Schafdieb, der den Freitod gewáhlt hat. Am offiziellen Nationalfeiertag wird der Krieg besungen, aber es gibt noch einen inoffiziellen, zu dem ein Pferderennen gehört. Das Image des Australiers ist beeinflusst vom Mythos des Buschbewohners, dieses záhen, entschlossenen Haudegens, der als Siedler, Forscher, Schafhirt, Strauchdieb, Schafscherer, Landstreicher, Viehtreiber und Goldsucher die Herausforderung des harten, schwer zu erschliessenden Landes angenommen und gelernt hat, mit diesem Land in ein Einvernehmen zu kommen. Dieses Bild beruht auf Tatsachen, wenn es auch stark romantisiert und mittlerweile überholt ist. Das moderne Australien ist zum meist verstád-