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Klaus Viedel:)anttAUSTRALIEN - DER ERSTE KONTINENT ?Der fünfte Kontinent? Das ist europäischer Hochmut." Der junge Archäologe, den ich hoch im Norden des Northern Terri-tor\- traf, wies wie anklagend auf die Aborigines-Felszeichnungen vor mir: "Hier ist der Beweis. Australien hatte bereits eine Kultur. als in Ägypten noch kein Mensch an Pyramiden dachte und Rom bestenfalls au.s ein paar Erdhöhlen am Ufer des Tiber bestand. Das hier ist die mit Abstand älteste Kultur der Welt. Australien sollte als erster Kontinent bezeichnet werden.- Die Erkenntnis, die der Forscher mir so vehement vortnag, ist in wissenschaftlichen lireisen nicht neu. Aber außerhalb akademischer Zirkel wurde man erst Ende der achtziger Jahre allmählich gewahr, welche historische Bedeutung sich hinter der nur scheinbar naiven Kunst der australischen Ureinwohner in Wirklichkeit verbirgt. Diese Anstöße zu einer völlig neuen Sicht des Abongines-Erbes, die inzwischen bis zu einer tiefgreifenden Änderung der Bodenbesitzrechte fiähiten, kamen nicht selten von außerhalb des australischen Kontinents. Sie einen Verdienst des Tourismus zu nennen, führte gewiß zu weit.Unbestritten ist jedoch, daß wißbegierige Urlauber immer mehr über Land und Leute erfahren wollten, sich zu entlegenen Stätten uraustralischer Kunst führen ließen und diese zunehmend in die Ausstellungshallen der Alten Welt holten. Zugleich wollte diese An von Touristen, die sich mehr für das rauhe Outback im Inneren des Kontinents als die Strände Australiens interessierte, auch mehr über die Alltagskultur der Aborigines erfahren.Die weißen Australier registrierten mit Erstaunen das wachsende internationale Interesse an den hlackfellows, die sie zuvor hauptsächlich als meist betrunkene Existenzen am Rand der großen Städte wahrgenommen hatten. Australien begann, sich ein neues Bild von seinen Ureinwohnern zu machen - ein Prozeß,der aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Die Aborigines sind eine Facette im Bild des -gemessen an europäischer Entdeckungsgeschichte - fünften Kontinents, Es war das Exotische, das völlig Fremde, das die Neugier an dem abgelegenen Inselkontinent wachsen ließ. In der geographischen Isolation dieses Erdteils haben Tiere und Pflanzen überlebt aus einer Zeit, da die Kontinente vor Jahrmillionen allmählich auseinander drifteten. Überdies bildeten sich unter der sengenden Sonne Landschaften heraus, die in der Welt mehr oder minder einzigartig sind: Die endlosen roten Wüsten und Steppen im Landesinneren, die urplötzlich aus der Ebene emporragenden Felsen, die riesigen Feuchtgebiete in den Nationalparks des tropischen Nordens, die kilometerlangen, völlig menschenleeren Strände an den Küsten und nicht zuletzt das größte Korallenriff der Wek.All dieses Fremde, pittoresk Unbekannte paart sich in Ausü-a-lien mit einer veitrauten europäisch-amerikanischen Lebensart, die zunehmend auch asiatische Farben gewinnt. Das Land gilt als politisch stabil, für den Besucher als sicher, mit einer guten Infrastruktur ausgestattet und weitgehend frei von Seuchengefahren. Es ist, das hat sich herumgesprochen, von gastfreundlichen Menschen bewohnt und mit einem wohltuend warmen Klima gesegnet. Zu allem Überfluß zelebriert man doivn undevaui der südlichen Erdhalbkugel den Sommer, wenn nördlich des Äquators der Winter für nasses Schnupfenwetter oder gar grimmige Kälte sorgt. Neue und leistungsfähigere Flugzeuge haben die einst tagelange Reise auf erträgliche 24 Stunden reduziert. Steigende Nachfrage nach einem Udaub in Australien hat auch die früher sehr hohen Flugpreise gesenkt. Kurzum: Australien, lange Zeit ein touristisches Aschenputtel, hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Reiseländer des Globus entwickelt.