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Bamberg ist eine Stadt, die mit ihrer Geschichte lebt. Man hat Bamberg ein deutsches Rom genannt, wegen seiner Hügel und seiner Kirchen; Vergleiche mit Florenz, Venedig und Prag wurden angestellt. Der Schriftsteller Ferdinand Avenarius meinte, Bamberg sei an eigentlicher Stadtbaukunst eine der allerschön-sten Städte Deutschlands.Neben dem architektonischen Wohlklang spürt man in Bamberg an nicht selten erlebbaren glücklichen Tagen eine beschwingte Atmosphäre, einen musikalischen Grundcharakter des Lebens - und damit klingt die verhaltene Freundlichkeit der Bewohner gut zusammen. Höflich und nicht ohne Stolz wird jeder Bamberger einem Fremden die verwinkelten Wege zu den Sehenswürdigkeiten seiner Stadt zeigen. Die Bewertung Bambergs als kostbare Antiquität begann - mit heiterem Unterton - schon in der Romantik. Karl Immermann bemerkte 1837 in seiner Fränkischen Reise: Das ist eine Stadt, die steckt voller Raritäten, wie die Kommode einer alten Großmama, die viel zusammenscharrte. Andere priesen den Reiz der landschaftlichen Lage und den besonderen Charme der Gärtnerstadt. Karl Julius Weber, Verfasser der Briefe eines reisenden Deutschen, schrieb 1827: Bamberg liegt in einer der schönsten Gegenden Deutschlands, weit schöner als Würzburg, mitten in Gemüsegärten, Süßholz-, Fenchel-und Anisländern, beherrscht vom Kloster Michelsberg, und entzückt, zumal wenn man aus Sachsen kommt.Das Dunkel der Geschichte lichtet sich keineswegs sonderlich früh. Wir dürfen uns wohl zwischen der verzweigten Regnitz und dem Main kleine Siedlungen vorstellen, in sumpfigen Talebenen, bei den Wäl-dern und Hügeln am Rande des Steigerwalds. Auch die ersten Nachrichten über Burgen und Fehden fallen nicht aus dem üblichen Rahmen. Ein Castrum Baben-berch wird für das Jahr 902 erwähnt, beim Kampf zwischen den Konradinern und den Babenbergern. Das Außergewöhnliche geschieht erst kurz nach der Jahrtausendwende mit der Wahl und Krönung Heinrichs II., des letzten der Ottonen. Seinem Vater, dem Bayernherzog Heinrich, genannt der Zänker, hatte Kaiser Otto II.Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde. Steinplastiken von der Adamspforte des Doms, jetzt im Diözesan-museum.973 Burg und Stadt (civitas) geschenkt. Der Sohn Heinrich hat diese Stätte - so berichtet sein Biograph, der Bischof Thietmar von Merseburg - von Kindheit an einzig geliebt. Seiner Gemahlin Kunigunde von Luxemburg schenkte Heinrich Bamberg als Morgengabe. Seit der Thronbesteigung 1002 verfolgte er das gegen erheblichen Widerstand ertrotzte Ziel: Die Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007. Der Herrscher hatte sich nicht gescheut, die Widerstrebenden auf der Frankfurter Reichssynode kniefällig anzuflehen, der