Bővebb ismertető
EinleitungDer heutige Raum Bulgariens spielt in der vor- und frühgeschichtlichen Entwicklung Südosteuropas, besonders auch seiner geographischen Lage wegen, eine wichtige Rolle. Natürliche Wege verbinden Ostbulgarien über die westliche Schwarzmeerküste und über die Dobrudza mit den nordpontischen Steppengebieten, während eine Verbindung mit der Ägäis durch die Täler der Marica und ihrer Nebenflüsse Arda und Tundza möglich war. Nicht zuletzt hat aber auch das Schwarze Meer selbst als wichtiger Verbindungsweg entlang der Küsten oder über See eine direkte Beziehung zum ägäisch-anatolischen und kaukasischen Raum ermöglicht. Die zweite wichtige prähistorische Achse bildete der Weg über das Strumatal im Südwesten des Landes; sie verband Nordgriechenland mit dem Becken von Sofia, das im Westen in engem Kontakt mit dem Zentralbalkan stand, und im Norden mit der unteren Donau.Diese geographische Lage und die sich daraus ergebenden kulturellen Beziehungen sind verantwortlich dafür, daß das heutige Bulgarien nicht naturräumlich durch die Stara Planina in eine nördliche und eine südliche Kulturzone geteilt ist, sondern daß hier eine Ost-West-Teilung entstanden ist. Das ostbulgarische Gebiet gehört kulturell zum westpontischen Raum und das westbulgarische Gebiet zu einer kulturellen Zone, die Nordgriechenland, den Zentralbalkan und den unteren Donauraum miteinander verbindet'.Das Problem der kulturellen Bedeutung des westpontischen Raumes für die Beziehungen zu den nordpontischen Steppengebieten und der Ägäis wird seit langem in der Forschung diskutiert^. Ostbulgarien, das als Kontaktzone zwischen den Steppenkulturen Südrußlands und den ganz anders strukturierten mediterranen Kulturen verstanden werden kann, bietet für solche Untersuchungen die bestenfn diesem Bericfit wird das von G. f. Georgiev (in: L'Europe a la fin de l'âge de la pierre [1961] 45 ff.) ausgearbeitete Cfironologiesystem des Siedlungshügels von Karanovo, erweitert um die Beobachtungen von Ezero (G. 1. Georgiev, N. Ja. Merpert, R. V. Katincarov u. D. G. Dimitrov, Ezero. Rannobronzovoto seliste [1979]) und Nova Zagora (Grabung R. Katincarov und M. Kancev), verwendet. Für die Möglichkeit, das noch unveröffentlichte Material von Stara Zagora und Nova Zagora einsehen zu können, sind wir vor allem D. G. Dimitrov und M. Kancev zu großem Dank verpflichtet. Die Karanovo-V-Periode entspricht der Marica-Kultur, die nördlich der Donau mit der späten Entwicklung der Boian-Kultur und in Thessalien mit der späten Dimini- (Otzaki-) Kultur synchronisierbar ist. Die Karanovo-Vl-Periode entspricht nördlich der Donau der Gumelnita-Kultur, und in Thessalien ist sie mit der Rachmani-Kultur gleichzusetzen. Die mittelbronzezeitliche Nova-Zagora-Periode folgt auf die frühbronzezeidiche Karanovo-VII-(Ezero-)Entwicklung; nördlich der Donau ist sie mit der späten Schneckenberg-Kultur und im ägäisch-anatolischen Raum mit der Troja III V entsprechenden Entwicklung zu parallelisieren. In diesem Bericht werden alle Ortsnamen den heutigen politischen Gegebenheiten entsprechend geschrieben.M. Gararânin, Glasnik Sarajevo N.S. 15-16, 1961, 5 ff.; M. Gimbutas, Journal Indo-European Stud. 5, 1977, 277 ff.