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Berlin - Hauptstadt der DDR [antikvár]

Erik Hühns, Ingeborg Hühns

 
Berliner Luft - Berliner Tempó - Berliner Schlagfertigkeil: Fluidum einer Stadt, die lebendig ist wie kaum eine andere. Was pragt ihr Antlitz? Was unterscheidet ihre Einwohner von den Bewohnern anderer Stadte? Ein verwegener Menschenschlag ist es nach Goethe, der Kluges und Richtiges sagt über diese Verwegenheit, die doch am Ende nichts weiter war als das Sichbehauptenmüssen unter allén Umstanden, auch in widrigen, und die in der Wahl der Mittel dazu nicht sehr wahlerisch sein konnte und sein durfte. Es gehörten harte Fausté dazu, harte...
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Berliner Luft - Berliner Tempó - Berliner Schlagfertigkeil: Fluidum einer Stadt, die lebendig ist wie kaum eine andere. Was pragt ihr Antlitz? Was unterscheidet ihre Einwohner von den Bewohnern anderer Stadte? Ein verwegener Menschenschlag ist es nach Goethe, der Kluges und Richtiges sagt über diese Verwegenheit, die doch am Ende nichts weiter war als das Sichbehauptenmüssen unter allén Umstanden, auch in widrigen, und die in der Wahl der Mittel dazu nicht sehr wahlerisch sein konnte und sein durfte. Es gehörten harte Fausté dazu, harte Fausté für den kleinen Mann in Berlin, um im Lebenskampf nicht den kürzeren zu ziehen. Für die Poesie des Daseins blieb in den Hinterhöfen, Kellerwohnungen und Mietskasernen wenig Zeit und kaum Gelegenheit. Was gab trotz allém der Stadt ihren Zauber. machte sie seit gut 250 Jahren zum liebevoll bespöttelten Spreeathen? Es fiel das Wort zuerst in einem Lobgedicht. Was der Berliner inoffiziell über diese ersten Jahrzehnte des Aufstiegs zur Weltstadt dachte, das steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn im Jahre 1701 wurde Berlin zwar königliche Residenz und erfuhr damit eine gesteigerte Bautatigkeit, aber zwei Jahre spater mu(3te auch ein Armendirektorium eingerichtet werden, um wenigstens der auBersten Not zu steuern. Und im Jahre 1710 erlebten die Berliner den Bau eines Pesthauses auf dem Gelande der heutigen Charité und 1714 die Einebnung des beim Schlosse gelegenen Lustgartens als Exerzierplatz. Es war nicht weil her mit PreuBens Glanz und Glória. Wahrend die Stadt ihr bauliches Antlitz erhielt, die StraBe Unter den Linden zu einer PrachtstraBe wuchs, seit 1695 am Zeughaus gebaut wurde, der bekannte Baumeister und Bildhauer Schlüter in ewiger geldlicher Misere mit dem Umbau des Schlosses beschaftigt war, das alte Köllnische Rathaus zwecks Errichtung eines neuen 1709 abgerissen wurde, hungerte - wenn wir den altén Aufstellungen des Armendirektoriums trauen - ein groBer Teil ihrer Bevölkerung. Noch 1788 war es jeder zehnte Einwohner, der vom Armendirektorium verpflegt wurde, weil ihm die eigenen Mittel dazu fehlten. Das waren Verhaltnisse und Lebensumstande, die ein gut Teil der Verwegenheit dieses Menschenschlages erklaren, sicher auch seine Schnoddrigkeit und Schlagfertigkeit- und die Hartnackigkeit, mit der die Berliner aus der einstigen Hauptstadt des Militarstaates PreuBen schlieBlich die Hauptstadt des ersten deutschen Arbeiter-und-Bauern-Staates, der Deutschen Demokratischen Republik, schufen. Es war ein langer, steiniger Weg von der kleinen Handelsniederlassung auf ein paar trockenen Sandhügeln im Sumpf der Spreeniederung bis zu den hellen, in Grünflachen eingebetteten Hochhausern um den Telespargel, den Fernsehturm, im Herzen des neuen Berlin, lm Zentrum unserer Hauptstadt, wo heute die Geschicke unseres Staates gelenkt werden, in dem Viereck zwischen dem Staatsratsgebaude am Marx-Engels-Platz, dem Haus des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, dem Ministerium für Kultur und dem Sitz des demokratischen Magistrats von GroBBerlin, dem Rathaus, entstand Berlin vor über siebeneinhalb Jahrhunderlen. Schon im Mittelalter, nachdem die Zwillingsstadte Berlin und Kölln um 1200 an der schmalsten Stelle zwischen zwei Höhenzügen, dem Teltow und dem Barnim, an einer Furt durch die Spree in Höhe der heutigen Mühlendammbrücke entstanden waren, hieB es für die Einwohner, sich vor den allzu frechen Übergriffen des markischen Adels zu schützen. Dieser niedere markische A

Termékadatok

Cím: Berlin - Hauptstadt der DDR [antikvár]
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 240 mm x 300 mm
Erik Hühns művei
Ingeborg Hühns művei
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