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Diese eigentümliche Stadt, Gemisch aus Straßenlandschaft und Gegend. Wie faßt man sie? Wie läßt sie sich betrachten ? Auf den ersten Blick gibt das steinerne Antlitz wenig Bezauberndes preis. Zwee-mal hinkieken, dann lohnt's sich, fordert darum resolut der derbe Volksmund. Aber wohin bringt einen der harte Rippenstoß? Vor allem auf die Beine. In Berlin wird Beweglichkeit verlangt.Wer rasanten Betrieb liebt, kommt zuallererst auf seine Kosten. Das Wort Tempo brach sich über den Sprachgebrauch des Berliners seine Bahn ins Deutsche. Knall...
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Diese eigentümliche Stadt, Gemisch aus Straßenlandschaft und Gegend. Wie faßt man sie? Wie läßt sie sich betrachten ? Auf den ersten Blick gibt das steinerne Antlitz wenig Bezauberndes preis. Zwee-mal hinkieken, dann lohnt's sich, fordert darum resolut der derbe Volksmund. Aber wohin bringt einen der harte Rippenstoß? Vor allem auf die Beine. In Berlin wird Beweglichkeit verlangt.Wer rasanten Betrieb liebt, kommt zuallererst auf seine Kosten. Das Wort Tempo brach sich über den Sprachgebrauch des Berliners seine Bahn ins Deutsche. Knall Dir selber eene, ick hab keene Zeit dazu.Auf dem unermeßlichen Gleisgeäder, das sich kreuz und quer durch die Stadt zieht, spürt man den Pulsschlag der Riesenstadt am stärksten. Die Ruhelosigkeit, die unablässige Bewegung führen zu rasch wechselnden Bildern. Das ist der Rhythmus von Berlin heißt eine der farbigsten Großstadtmelodien. Sechzig Minuten dauert die Schnellbahnreise von Schönefeld bis Pankow, bei nur einer Minute Aufenthalt auf den Stationen. Und Walter Mehring, der Berlinsänger mit Herz und Schnauze aus den zwanziger Jahren, fährt mit.Mit der Uhr in der Hand, mit'm Hut aufm Kopp.Keine Zeit! Keine Zeit! Keine Zeit!Man knutscht, man küßt, man boxt, man ringt,Een Pneu zerplatzt, die Taxe springt!Mit eenmal kracht das Mieder.Pointe: Es drängt alles auseinander, wächst. Die Stadt ist neu, unfertig, trotz nahezu achthundert Jahren Geschichte.Auf Wald-Feld-Idylle folgt ausgedehntes Vorortmilieu, das ganz sacht auf die Stadt zu wächst. Doch wer eben noch nach ihren Konturen Ausschau hielt, ungeduldig, erwartungsvoll, ist plötzlich mittendrin. Mit einem Mal streben Fabrikschornsteine auf, folgen den Werkhallen der Kabelwerke Oberspree die Quaderbauten der Chemiebetriebe. Betrieb und bunter Trubel auf den Straßen. Schichtende, Schichtbeginn. Wo kommen auf einmal die vielen Menschen her? Das Industrieviertel von Schöneweide signalisiert das tätige, arbeitsame Berlin. Es zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter. Tucholsky weist aus dem Fenster. Und man fühlt sich mittenmang.

Termékadatok

Cím: Berlin in Farbe [antikvár]
Szerző: Klaus Beuchler
Kiadó: VEB F. A. Brockhaus Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 240 mm x 270 mm
Klaus Beuchler művei
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