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Datiert mit 1.November 996 scheint in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Ottó III. an den bayerischen Bischof in Freising erstmals ein seltsamer Name auf; im Volke mag er schon lánger in Gebrauch gewesen sein: Ostarrichi". Reich im Osten"? Welch aufwendige Bezeichnung für einen schmalen Streifen zwischen Enns und dem Wienerwald, dessen Grenzen sich unter immer neuen Bedrohungen in harter Bauernarbeit und klösterlicher Kulturtátigkeit nur langsam ostwárts schoben. Und doch mufi dieses Gebiet schon damals als etwas Besonderes gegolten habén, denn ein Dichter sagt darüber: ,,Ditz Land Ostarrichi hat sein Er unde Frumen". Und an einer anderen Stelle heifít es: ,,Fürder kannstu das Fragen lan / das war ein echter Ostermann..." Die Spuren frühester menschlicher Anwesenheit auf österreichischem Boden führen ins Alpenvorland und vor allém an der Donau bis in die Altsteinzeit zurück, doch erst im Jahre 1970 machte man eine überraschende Entdeckung: Glaubte man bis dahin, die Menschen dieser Zeit bis etwa 4000 v. Chr. hátten sich überhaupt nicht ins Gebirge gewagt, so fanden sich nun erst vor einigen Jahren am Schlenken náchst Hallein (salzburgische Osterhorngruppe) in einer Durchgangshöhle in etwa 1500 m Höhe neben zahlreichen Urbárenknochen auch roh bearbeitete Werkzeuge. Man konnte mittels modernster Methoden ihr Altér auf mindestens 50 000 Jahre festlegen. Damit kommt dem Fund für die Erforschung der prahistorischen Zeit eine für ganz österreich überregionale Bedeutung zu. In der Jüngeren Steinzeit (ab 4000 v. Chr.) war das Land dann punktweise auch bereits hinein in die Gebirgstáler besiedelt; man gewann schon das kostbare Salz, und an manchen Seen entstanden die Pfahlbauten, deren Funktion nach neuesten Forschungen als die von Handelsstationen zu betrachten ist, als Uraladestellen vom Land- zum Wassertransport und umgekehrt.