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Kohl- und Pinkelfahrten oder:
Als man auf der Schwachhauser Heerstraße noch im Schlick steckenblieb
Schreibfaulen Bremern aus der frühen Geschichte der Stadt ist es zu verdanken, daß es nirgendv^o eine zuverlässige Auskunft darüber gibt, wann die Bremer zum ersten Male Kohl und Pinkel gegessen haben.
Wer immer sich mit diesem, aus bremischer Sicht so bedeutsamen, Thema beschäftigt, er bleibt auf Vermutungen und vage Andeutungen angewiesen, wie Werner Kloos, der in seinem Buch »Gut Bremisch Essen und Trinken« den Braunkohl als »das Bremer Gemüse schlechthin schon in älterer Zeit« bezeichnet. Oder er hält sich an Hanns Meyer, der in tiefster Resignation niederschrieb: »Seit wann überhaupt Braunkohl mit Pinkel gegessen wird, ist nicht mehr festzustellen.«
Immerhin: Kohl und Pinkel ist, unverrückbar, einer der kulinarischen Höhepunkte der Schaffermahlzeit. Und das seit dem Jahre 1545.
Es soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden, wie die Bremer ihren Kohl am liebsten essen, daß sie - aus wohlerwogenen Gründen - fast die einzigen Menschen in der Welt sind, die den Grünkohl als Braunkohl bezeichnen, daß der Name Pinkel nichts Unanständiges darstellt, sondern im Zusammenhang steht mit dem Pinkeldarm des Rindes, in den hinein der Bremer die für seine Pinkel-
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